Ölpreise legen Pause ein

Die Preissteigerungen der letzten Wochen konnten diese Woche keine neue Fahrt aufnehmen. Jedoch bleiben die Rohölpreise anfällig für Steigerungen.

18.10.2018 | Robby Erkmann

Diese Woche bleibt es bisher ruhig, auch wenn mit dem Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den USA es diplomatisch sehr große Probleme gab. Eine Eskalation wird es wohl nicht geben, da die Töne bereits milder geworden sind und beide Staaten weiter gute Beziehungen pflegen wollen und müssen. So sorgen Nachrichten aus den USA vorerst für weichere Ölpreise. Die wöchentlichen Bestandsdaten fielen bearish aus und haben WTI unter die 70 US-Dollar Marke gedrückt. Das DOE hat bei den US-Rohölbestände einen Aufbau von 6,5 Mio. Barrel gemeldet. Experten rechneten nicht mit einem so starken Anstieg. Positiv ausgewirkt haben sich steigenden Importe und sinkende Exporte. Dagegen hatte Hurrikan Michael für eine sinkende Rohölförderung gesorgt, da sicherheitshalber einige Ölplattformen heruntergefahren wurden. Deshalb sank die US-Ölförderung um 0,3 Mio. B/T auf insgesamt 10,9 Mio. B/T. Die Abnahme bei den Destillat- und Benzinbeständen wurden erwartet und liegen nur leicht höher, weshalb der Einfluss eher gering ist. Die Nachfrage nach Ölprodukten bleibt auf einem niedrigen Niveau mit 20,0 Mio. B/T. Die Reaktion auf die wöchentlichen US-Daten blieb bearish, sodass die Ölpreise nachgegeben haben. So liegen die Ölpreise mittlerweile unter dem Niveau von Wochenbeginn.

Lichtblick am Horizont

Für Verbraucher gibt es tendenziell gute Neuigkeiten. Saudi-Aramco, der staatliche Ölkonzern Saudi-Arabiens hat ein neues Exporterminal fertiggestellt. Das Yanbu South Terminal stiegert die Exportkapazität im Roten Meer um 3,0 Mio. B/T. Gleichzeitig umgeht man damit Exporte durch die Straße von Hormuz, die an Irans Küste vorbeiführt. Durch dieses Nadelöhr wird täglich etwa 18,5 Mio. B/T Rohöl transportiert und war in der Vergangenheit auch immer wieder von Problem betroffen, da Rebellen Raketen auf Öltanker abfeuerten. Mit einer weiteren Erneuerung eines Terminals im Roten Meer soll die saudische Exportkapazität dann bei 15 Mio. B/T liegen. Gleichzeitig kündigte man an, dass die Ölförderung nochmals angehoben werden sollte. So wird es wohl kurzfristig dazu kommen, dass die Rohölpreise wieder in der Handelsspanne liegt, die Saudi-Arabien als wünschenswert erachtet.

Die Rohölpreise haben seit etwa zwei Wochen insgesamt ungefähr sechs US-Dollar pro Barrel verloren. Beide Referenzsorten liegen heute Morgen im Minus, Brent kostet 79,64 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI kostet 69,44 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist dagegen weiter angestiegen. Das dürfte mit den weiter fallenden Pegelständen im Rhein-Main-Gebiet zu tun haben, weshalb die Frachtzuschläge weiter steigen. 100 Liter Heizöl kosten im Bundesdurchschnitt heute 81,60 Euro.

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