Ölpreise rasen in den Keller

Die Rohölnotierungen sind am Wochenende extrem abgefallen, da die OPEC nachdenkt, die Förderkürzungen anzupassen. WTI ist wieder unter 70 US-Dollar.

28.05.2018 | Robby Erkmann

Saudi-Arabien und Russland meinen es, Insidern zufolge wohl ernst, wenn es darum geht die Rohölförderung des OPEC-Kartells anzuheben. Die Drosslung der Rohölförderung ist nunmehr seit 1,5 Jahren aktiv und könnte wohl zum ersten Mal reduziert werden. Notwendig sind dafür die Zustimmungen aller am Abkommen beteiligten Staaten, jedoch sind die beiden größten OPEC-Förderer Russland und Saudi-Arabien richtungsbestimmend. Demnach ist in Diskussion, dass die Rohölförderung um 1,0 Mio. B/T angehoben werden soll, vermeldete Reuters. Die Gespräche dazu haben wohl mit den V.A.E. in St. Petersburg stattgefunden.

Der Hauptgrund für diese schnelle Reaktion der OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten ist, dass die Rohölförderung in Venezuela und dem Iran stark abgenommen hat, bzw. stark abnehmen könnte. Venezuela ist seit langem von einer schweren Wirtschaftskrise gebeutelt. Die Rohölförderung sinkt kontinuierlich und soll bei nur noch 1,4 Mio. B/T liegen. Experten schätzen, dass die Rohölförderung auch unter die 1,0 Mio. B/T Marke fallen könnte. Der Iran ist ein Risikofaktor, da durch die wiederauflebenden US-Sanktionen die Rohölförderung ebenfalls stark abnehmen könnte. Genauere Prognosen oder Informationen gibt es dazu allerdings nicht. Eine endgültige Entscheidung wird laut Insidern bei nächsten regelmäßigen Treffen der OPEC in Wien fallen, das am 22. Und 23. Juni stattfinden wird.

Die Rohölnotierungen sind auch heute Morgen weiter abgesackt. WTI kostet im Augenblick 66,22 US-Dollar pro Barrel und notiert 1,9 Prozent unter dem Eröffnungskurs. Brent wird aktuell für 75,08 US-Dollar gehandelt und hat etwa 1,6 Prozent seit Tageseröffnung verloren. Mit 71,93 Euro pro 100 Liter ist der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland wieder etwas billiger, als die Tage zuvor.

US-Ölbestände wieder bearish?

Die US-Ölbestandsdaten für die vergangene Woche könnten am Donnertag die Kurse noch stärker nach unten drücken, sofern diese nicht besser ausfallen, als letzte Woche. Denn für die vorletzte Woche stiegen die Rohölbestände um 5,8 Mio. Barrel. Der Wert wurde zwar etwas relativiert, da die Importe zunahmen und die Exporte gleichzeitig sanken, hatte aber dennoch einen bearishen Einfluss. Ebenfalls bearish war der Bestandsaufbau bei Benzin, über 1,9 Mio. Barrel. Wenngleich die Nachfrage um 0,158 Mio. B/T zunahm, überraschte diese Entwicklung sehr. Insgesamt lag die Gesamtnachfrage bei Ölprodukten bei 20,65 Mio. B/T auf einem soliden Niveau. Das konnte die negativen Werte nicht aufwiegen. Daher werden die wöchentlichen US-Bestandszahlen diese Woche nochmal genau beobachtet und haben daher das Potential den Ölpreis weiter zu verbilligen.

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