Ölpreise steigen stark

Zum Wochenstart ist der Markt enttäuscht von dem Treffen in Algerien. Eine Produktionsanhebung ist nicht in Sicht und Risikoprämien stützen die Ölpreise.

24.09.2018 | Robby Erkmann

Das Treffen des JMMC, zur Überwachung der Einhaltung der Förderkürzungen der OPEC enttäuschte die Marktteilnehmer insofern, dass die Ölpreise stiegen. Bei dem Treffen wurde eine Anhebung der Ölförderung nicht diskutiert, sodass es für die Händler schwerer ist abzuwägen, ob auf dem offiziellen OPEC-Treffen im Dezember eine Anhebung der Förderung beabsichtigt wird. Das Komitee bescheinigte den OPEC und Nicht-OPEC-Staaten eine Einhaltung der Förderkürzungen von 129 Prozent. Daher bestehen noch Kapazitäten die Förderung weiter anzuheben, um den Markt ausreichend mit Rohöl zu versorgen. Zudem hat Saudi-Arabien wieder einmal die Verbraucher beruhigt, indem er versprach, dass es aktuell keine Knappheit gebe und Saudi-Arabien über Reservekapazitäten von 1,5 Mio. B/T verfügt. Der saudische Ölminister erklärte zudem, dass aktuell keine Notwendigkeit bestehe, die Rohölförderung weiter anzuheben.

Angesichts der weiteren Aufwärtsbewegung am Markt könnte Saudi-Arabien dann doch bald handeln. Die gewünschte Preisspanne von 70 bis 80 US-Dollar pro Barrel ist ausgereizt, bzw. knapp überschritten. Damit das Wirtschaftswachstum nicht ins Stocken gerät und die Ölnachfrage nachlässt sind Saudi-Arabien, aber auch andere Staaten, an moderaten Ölpreise interessiert. Außerdem ist US-präsident Trump mit den hohen Ölpreisen sehr unzufrieden, was er über Twitter schon letzte Woche bekanntgab. Den Einfluss der USA auf Saudi-Arabien darf man nicht unterschätzen, denn sicherheitspolitisch ist Saudi-Arabien auf die USA angewiesen.

Sicherheitslage bleibt angespannt

Im Iran kam es bei einer Militärparade zu einem Anschlag mit 25 gemeldeten Opfern. Die arabische Separatistenbewegung Al Ahvazieh hat sich zu dem Anschlag bekannt. Mutmaßlich hat diese Vereinigung eine Verbindung zum sunnitisch geprägten Saudi-Arabien. Beide Staaten stehen sich feindlich gegenüber und kämpfen in der Region um Einfluss. Die eingepreiste Risikoprämie stützt damit weiter die Ölpreise an den Börsen. Eine Lösung im anhaltenden Stellvertreterkrieg im Jemen ist zugleich nicht absehbar.
Außerdem stützt ein Kommentar der US-Investmentbank JP Morgen die Ölpreise. Demnach werden weitere Preisanstiege bei unveränderter Marktlage für wahrscheinlich gehalten. Brent kann laut den Analysten kurzfristig auf 90 US-Dollar pro Barrel steigen. Im Durchschnitt soll der Ölpreis für Brent in den nächsten 6 Monaten 85 US-Dollar betragen.

Der Preis für Brent liegt heute Morgen etwa 2 Prozent höher, sodass ein Barrel der Sorte Brent 80,40 US-Dollar kosten. WTI kostet mit 1,85 Prozent ebenfalls deutlich mehr und notiert bei einem Preis von 72,02 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist leicht gesunken, bleibt aber mit 75,83 Euro pro 100 Liter teuer.

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