Ölpreise tauchten wieder ab

Nach der überraschenden Kursrallye konnten die gestrigen Preise an den Ölbörsen, das Kursniveau nicht halten, da Trader Gewinne mitnahmen.

23.03.2018 | Robby Erkmann

Die weitere Nachrichtenlage bleibt jedoch unverändert. Neuerdings diskutiert die OPEC darüber, welche neue Zielmarke formuliert werden kann, die mit den Förderkürzungen verfolgt wird. So sollten die weltweiten Rohölbestände mit Hilfe des Förderabkommens auf den 5-Jahresdurchschnittswert gesenkt werden. Nun ist es so, dass ab April der Markt wieder mit Rohöl überversorgt sein wird, so die Prognosen vieler Experten. Dennoch wird die OPEC dem Ziel, die Rohölbestände auf den 5-Jahresdurchschnitt zu senken immer näher kommen. Grund dafür sind nun Bestandsdaten, aus Jahren, wo die Rohölbestände sehr hoch waren und die so den 5-Jahresdurchschnittswert nach oben drücken. Damit dürfte der aktuelle Überhang von 44 Mio. B/T weiter sinken, ohne dass der Markt real unterversorgt ist.

Eine Zielerreichung dieser Marke würde bedeuten, dass der OPEC sachliche Gründe fehlen, um das Abkommen nach 2018 weiter zu verlängern. Andererseits würden die 1,8 Mio. B/T, die durch das Abkommen dem Weltmarkt fehlen, für eine noch größere Überversorgung sorgen. Um diesem Problem zu begegnen, wird derweil an einer neuen Zielformulierung gearbeitet. Bei einem kürzlichen Treffen in Wien, wo Delegierte de OPEC-Staaten zusammentrafen, wurden erste Ideen ausgetauscht. So könnte man Jahre mit außerordentlich hohen Beständen unberücksichtigt lassen, oder aber den 7-Jahresdurchschnitt nehmen. Eine endgültige Entscheidung über diese Thematik kann am 22. Juni fallen, wenn die Ölminister aller beteiligten Länder in Wien zusammentreffen. Die neue Vorgehensweise verdeutlicht einmal mehr, dass bereits erste Vorkehrungen getroffen werden, damit die Förderkürzungen wohl auch im kommenden Jahr unter angepassten Bedingungen fortgeführt werden können.

USA verschont die EU

Strafzölle auf Aluminium und Stahl aus der EU werden bis auf weiteres von der USA nicht mit Strafzöllen belegt. Dies ist prinzipiell positiv und stützt die Ölpreise. Doch gegen China baut die USA mehr Druck auf und setzt neue Strafzölle in Kraft. Konsequenterweise hat die chinesische Regierung bereits eine Gegenreaktion angekündigt. Die beschlossenen Zölle betreffen Waren über einem Handelswert von 3 Mrd. US-Dollar. Das Ende der Fahnenstange soll dies jedoch nicht sein, da die USA bereits daran Arbeiten die Zölle auszuweiten. Dann soll ein Handelsvolumen von 60 Mrd. US-Dollar betroffen sein. Diese Meldung ist grundlegend bearish, da China mit seinem enormen Wirtschaftswachstum, in den letzten Jahren maßgeblich mitverantwortlich war, für das weltweite Ölnachfragewachstum. Das birgt das Risiko, dass die Rohölnachfrage 2018 weniger stark steigt und der Markt somit noch stärker überversorgt ist.

Im frühen Handel zogen die Preise wieder an und gleichen aktuell die gestrigen Gewinnmitnahmen aus. Brent liegt 0,9 Prozent höher und kostet 69,47 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte WTI kostet 1 Prozent mehr und notiert im Augenblick bei 64,90 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis für Deutschland ist dagegen leicht gesunken und liegt heute bei 63,57 Euro pro 100 Liter.

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