Ölpreise übersteigen Widerstände

Mit den API-Zahlen von gestern gab es eine festere Tendenz nach oben, sodass im Verlauf auch die GD 21 Linie durchbrochen werden konnte.

23.08.2018 | Robby Erkmann

Die dann veröffentlichten wöchentlichen DOE-Zahlen unterstützen den Aufwärtstrend, sodass die Ölpreise insgesamt deutlich höher aus dem Handel gingen. Die Abbauten bei den Rohölbeständen lagen bei API und DOE im Mittel bei 5,5 Mio. Barrel, jeweils deutlich über den Erwartungen von 2,0 Mio. Barrel. Begünstigt wird dieser Effekt durch geringere Rohölimporte und gleichzeitig sinkenden Exporten.  Die Auslastung der US-Raffinerien ist dabei weiter auf dem Rekordniveau von 1999, was auch die starken Abbauten bei den Ölbeständen erklärt, wenn die Raffinerien so viel Rohöl verarbeiten. Daher sind die mäßigen Aufbauten bei den Produktbeständen weniger bearish. Laut DOE sind die Benzinbestände um 1,2 Mio. Barrel und die Destillatbestände um 1,8 Mio. Barrel gestiegen. Der Aufbau bei den Benzinbeständen überrascht ein wenig, da leichte Abbauten erwartet wurden, doch die Nachfrage nach Benzin hat um 0,06 Mio. B/T nachgelassen, was dann die Bestandserhöhung erklärt. Der preistreibende Effekt wird durch eine höhere Gesamtnachfrage von 1,4 Mio. B/T zusätzlich unterstützt. Mit einer Gesamtnachfrage von 21,5 Mio. B/T liegt dieser Wert auf einem sehr soliden Niveau. Die Zunahme der US-Rohölförderung auf nun über 11,0 Mio. B/T fällt durch die restlichen Aspekte nicht so schwer ins Gewicht.

Kein Börsengang von Saudi-Aramco?

Dass Saudi-Arabien den staatlichen Ölkonzern seit langer Zeit an die Börse bringen will, ist allseits bekannt. Doch dieses vorhaben ist nun erstmal aufgegeben worden. Am gestrigen Mittwoch erklärte Reuters, dass der Börsengang des Ölgiganten endgültig abgesagt wurde. Diesen Bericht widersprach Saudi-Arabien noch in der Nacht zu Donnerstag. Der Minister für Energie und Industrie erklärte, dass man dem Börsengang von Saudi-Aramco weiterhin anstrebe, wenn die Bedingungen dafür optimal sind. Abhängig ist ein Börsengang von viele Faktoren. So müssen die Marktbedingungen günstig sein. Reuters stützt seine Meldung auf Aussagen von Banker, die von ihren Aufgaben, den Börsengang vorzubereiten, entbunden worden sind. Diese sagten, dass der Börsengang auf absehbare Zeit abgesagt wurde. Damit entgehen Saudi-Arabien wohl vorerst 100 Milliarden US-Dollar, die durch ein 5 prozentiges Paket erwirtschaftet werden sollten. Genaue Gründe für die endgültige Verschiebung wurden nicht genannt.

Nach den gestrigen Anstiegen sind die Ölpreise heute Morgen etwas niedriger. WTI und Brent liegen beide etwa 0,5 Prozent unter den Eröffnungskursen. WTI kostet pro Barrel 67,76 US-Dollar. Der Preis für ein Barrel Brent liegt aktuell bei 74,49 US-Dollar. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist ebenfalls gestiegen und liegt heute bei 71,69 Euro pro 100 Liter.

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