Ölpreise verteidigen Höchststände

Die aktuelle Nachrichtenlage ist sehr ruhig, was die Ölpreise jedoch nicht auf Talfahrt schickt, da die Wetten auf steigende Preise anhalten.

29.01.2018 | Robby Erkmann

Der weiter schwache US-Dollar gegenüber den Euro unterstützt die Preisnotierungen. Das liegt daran, dass für ausländische Investoren die Investitionen an den US-Futurebörsen günstiger sind. Bei einem fallenden US-Dollarkurs steigt damit auch das Interesse der Investoren aktiv zu werden, was die Preise antreibt. Heute Morgen liegt das Wechselverhältnis bei einem Euro zu 1,2399 US-Dollar. Zum Vorjahrszeitpunkt lag das Wechselverhältnis noch bei etwa einem Euro zu 1,07 US-Dollar. Weniger stützend ist die neuste Meldung von Baker Hughes zu der US-Bohraktivität. In der vergangenen Woche nahm die Anzahl der aktiven US-Bohranlagen um 12 Stück zu. Insgesamt sind nun 759 Anlagen aktiv. Der Jahreshöchstwert für 2017 lag nur um 9 Anlagen über den aktuellen Wert. Beim Überspringen der Marke aus 2017 kann ein neues 2,5 Jahreshoch erzielt werden. Experten von Helmerich und Payne, eine Firma im Bereich der Ölbohranlagen sehen gute Chancen, dass die Zahl der Anlagen im Jahresverlauf um weitere 100 bis 200 Stück ansteigen. Grund sei das überraschend hohe Preisniveau und der bessere Ausblick für das laufende Jahr. Schon bei einem Preisniveau von 60 bis 65 US-Dollar pro Barrel werde die Bohraktivität weiter zunehmen, so der Vorstandsvorsitzende John Lindsay.

Trendwende nicht in Sicht

Die spekulativen Netto-Long-Positionen der Händler bleiben für WTI und Brent auf hohem Niveau, was verdeutlicht, dass eine Vielzahl von Händlern weiter auf steigende Preise setzt. Gleichzeitig macht diese Entwicklung Platz für größere Kurseinbrüche, sofern die Stimmung an den Börsen drehen sollte. Die Analysten der JPMorgen sehen aktuell noch nicht vollends ausgeschöpfte Aufwärtspotentiale. Der Rohölpreis für Brent könnte daher auf bis u 78 US-Dollar pro Barrel ansteigen. Als Grund nennen die Experten das vom IWF erwartete höhere Wirtschafswachstum und den harten Winter in den USA. Neuste Wetterprognosen sehen aktuell eine neue Kältewelle anrollen. Hier werden wieder deutliche zweistellige Minusgrade erwartet. Jedoch soll der Kälteeinbruch nur ein paar Tage andauern und nicht, wie zum Jahresanfang, über mehrere Wochen anhalten.

Heute Morgen sind die Preise an den Ölbörsen nahezu unverändert zu den Eröffnungskursen. Brent kostet 70,29 US-Dollar pro Barrel und liegt damit etwas niedriger als letzte Woche, wo der Preis noch bei über 71 US-Dollar lag. Die Sorte WTI kostet im Augenblick 66,13 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist leicht gesunken. Mit 63,67 Euro pro 100 Liter bleibt der Kurs auf einem der Jahreszeit erwartbaren hohem Niveau.

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