Ölpreise verteidigen Preisniveau

Die Ölfutures können trotz bearishen Nachrichten die Notierungen über den Unterstützungslinien halten und auch die Widerstände wurden nicht durchbrochen.

22.01.2018 | Robby Erkmann

Unter Druck geraten die Preise aktuell durch neue Ausblicke für das Jahr 2018. Die Großbank UBS schätzt, dass die US-Schieferölindustrie die größte Gefahr darstellt, die Preise zu senken. Die Schätzung der Bank geht für das laufende Jahr insgesamt von einer Steigerung um ungefähr 1,9 Mio. B/T aus, davon werde ein Großteil die US-Schieferölindustrie hinzusteuern. Laut UBS werde die Schieferölindustrie im Januar und Februar um jeweils 100.000 B/T zulegen. Gleichzeitig wird die saisonale Nachfrage nach Öl gering sein, was prinzipiell die Preise unter Druck setzen dürfte. Eine gleiche Prognose hat auch der Monatsbericht der IEA offenbart. Die internationale Energiebehörde rechnet ebenfalls damit, dass die US-Schieferölförderung wächst. Den Angaben der IEA sprechen einem Anstieg von 1,7 Mio. B/T. Laut IEA werde die USA für das aktuelle Jahr die Förderung auf 10,4 Mio. B/T steigern können und damit Saudi-Arabien als zweitgrößten Ölförderer der Welt ablösen. Ebenfalls bearishe Nachrichten ergeben sich aus den Schiffsverkehrsdaten von Kpler. Demnach sind die OPEC-Exporte in den ersten beiden Januar Wochen gestiegen. Der Irak exportierte demnach 225.000 B/t mehr Rohöl und auch Nigeria steigerte die Ausfuhren um etwa 268.000 B/T.

Saudi-Arabien mit verblüffender Aussage

In den letzten Wochen wurden spekulative Äußerungen getätigt, dass die OPEC-Förderkürzungen vorzeigt beendet oder verringert werden. Schnell wurde seitens vieler OPEC-Staaten die Spekulationen als haltlos und falsch dargestellt. Nun schlägt Saudi-Arabien einen ganz anderen Weg ein. Der saudische Ölminister äußerte auf dem Treffen der JMMC, dass er für eine erneute Verlängerung der Förderkürzungen über das Jahr 2018 hinaus sei. Grund seien die hohen Ölpreise in Verbindung mit einer steigenden US-Ölförderung. Er sei mit dem aktuellen Weg des Abkommens sehr zufrieden. Nun sollte vorerst die Entwicklung abgewartet werden, zumal sich der Ölmarkt noch nicht im Gleichgewicht befinde, so der Ölminister. Gleiche Meinung teilt auch der Vertreter aus dem Oman, der ebenfalls einer Verlängerung nicht abgeneigt ist. Eine Diskussion über das weitere Vorgehen wird es erst auf der nächsten offiziellen OPEC-Vollversammlung geben.

Der durchschnittliche Heizölpreis ist abermals leicht gesunken und beträgt 62,83 Euro pro 100 Liter. Vor 10 Tagen lag der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland bei 64,86 Euro pro 100 Liter. Die Ölpreise bleiben heute Früh stabil. WTI ist unverändert und kostet 63,57 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte Brent kostet im Augenblick 68,85 US-Dollar pro Barrel und ist leicht teuer, als beim heutigen Eröffnungskurs.

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