Ölpreise weiter unter Druck

Die neusten Meldungen aus den USA und die Haltung des russischen Präsidenten Putin, der mit 60 US-Dollar zufrieden ist, bringen die Ölpreise unter Druck.

04.06.2018 | Robby Erkmann

Barrel hatte innerhalb einer Woche 5 US-Dollar verloren, doch niemanden hat es gestört, auch die großen Ölförderer Saudi-Arabien und Russland hatten nichts dagegen. Neusten Informationen zufolge, sind beide Staaten mit einem preis von etwa 60 US-Dollar pro Barrel zufrieden. Die Haltung zum Ölpreis war vor nicht langer Zeit etwas anders, als man auch mit 80 US-Dollar pro Barrel Vorlieb nehmen wollte. Beide Staaten sind nun bereit mehr Rohöl zu fördern, um die Knappheit am Markt zu begrenzen, die durch die Entwicklung in Venezuela und Iran weiter zunimmt. Das setzt den Rohölpreis aktuell unter Druck. Zumal Saudi-Arabien aufgrund des verschobenen Börsengangs von Saudi-Aramco kein gesteigertes Interesse daran hat, den Preis dieses Jahr hoch zu halten. Denn so wäre für den Börsengang des Staatskonzerns der Erlös gestiegen und hätte die saudischen Kassen mit Geld gefüllt.

Außerdem wolle man durch hohe Rohölpreise, andere Staaten nicht dazu anspornen, die eigene Ölproduktion weiter auszubauen. Allen voran die USA bereiten deshalb Sorge, die gerne billig tanken. Das wiederum ruft die heimische Ölindustrie noch stärker auf dem Plan, die Förderkapazitäten hochzufahren. Langfristig sieht Analyst Carsten Fritsch von der Commerzbank noch andere Faktoren, die Russland und Saudi-Arabien beeinflussen. Hohe Ölpreise wirken negativ auf die Konjunktur und Nachfrager suchen verstärkt nach anderen Energieträgern, wie zum Beispiel grüne Energieformen. Außerdem kann Russland mit den aktuellen Preisen sehr gut auskommen, denn der Großteil der russischen Ölquellen arbeitet mit Grenzkosten von 30 US-Dollar pro Barrel. Daher sind 60 US-Dollar pro Barrel am Markt ein sehr guter Wert, so der Kommentar von HeLaBa Analyst Peters in der FAZ.

EIA meldet neue Rekordzahlen

Am Freitag ging WTI mit einem 1,5 Monatstief aus dem Handel. Das Problem der überlasteten Infrastruktur zum Weitertransport des geförderten Rohöls belastet die Preise und kann auch kurzfristig nicht gelöst werden. In der letzten Woche hatte dann das Zahlenwerk der EIA weitere bearishe Nachrichten. Laut EIA ist die US-Rohölförderung im März auf 10,474 Mio. B/T gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von 215.000 B/T im März. Auf Wochensicht stieg die Ölförderung auf 10,769 Mio. B/T, so die neusten Erkenntnisse des DOE aus dem Monat Mai. Beide Werte stellen neue Rekorde dar.

Der Preis für ein Barrel WTI liegt im Moment bei 65,89 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent kostet im Augenblick 76,79 US-Dollar pro Barrel. Mit 71,43 Euro pro 100 Liter, ist der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland leicht gefallen, bleibt aber auf hohem Niveau.

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