Ölpreise ziehen wieder an

Die Notierungen an den Ölbörsen liegen wieder höher. Selbst bearishe Neuigkeiten können die Preise nicht fallen lassen, zum Leidwesen der Verbraucher.

10.10.2018 | Robby Erkmann

So hat der IWF das Wirtschaftswachstum nach unten korrigiert. Für das laufende, als auch für das kommende Jahr wurde das voraussichtliche BIP-Wachstum von 3,9 auf 3,7 Prozent reduziert. Grund sind die aufflammenden Handelsbarrieren durch immer höhere Strafzölle, sowie der Abzug von Investitionskapital aus den Schwellenländern, aufgrund der zunehmenden Unsicherheiten, auch wegen politischer Gründe. Generell wird durch ein niedrigeres Wirtschaftswachstum weniger Rohöl verbraucht, was die knappe Versorgungslage etwas entspannen könnte, sofern die Prognosen vom IWF zutreffen. Andererseits stehen die USA weiter mit Indien in Kontakt, um eine mögliche Ausnahmegenehmigung auszuhandeln, damit Indien die Ölimporte nicht auf Null reduzieren muss, um Strafen zu vermeiden. Indien hat nun doch noch Rohöl aus dem Iran importiert, obwohl zuvor ein kompletter Importstopp angekündigt wurde.

Das verknappt den Markt nicht so schnell wie befürchtet, doch schlechte Neuigkeiten über den Iran, heben diese Entwicklung wieder auf. Laut Auswertungen der Öltankerbewegungen von Refinitiv Eikon sind die Ölexporte des Irans in der ersten Oktoberwoche stark gefallen. Demnach dürfte der Iran nur noch 1,1 Mio. B/T exportiert haben. In der Vorwoche lagen die Ölexporte noch bei 1,5 Mio. B/T.

Ungewissheit durch Hurrikan

Ein neuer Hurrikan stärkt die bullishe Grundstimmung am Markt ebenfalls. Tiefdruckgebiet Michael ist schnell zu einem Tropensturm aufgestiegen und entwickelte sich dann zu einem Hurrikan der Kategorie 3. Hurrikan Michael treibt es in den östlichen Golf von Mexiko. Damit wird er die ölreichere westliche Region des Golfes von Mexikos verfehlen. Einige Ölbohranlagen werden aber dennoch vom Sturm betroffen sein, wie stark die Ölförderung betroffen ist, bleibt abzuwarten. Doch schon jetzt sind einige Produktionsausfälle zu verzeichnen. Gestern lagen die Ausfälle bei 324.000 B/T. Für heute werden die Ausfälle auf 671.000 B/T geschätzt. Die Ölpreise werden durch diese Meldung entsprechend gestützt. Prognosen deuten darauf hin, dass der Hurrikan schnell die US-Küste erreichen wird und dann Richtung Nordosten weiterziehen wird, dabei aber schnell an Intensität verliert. Das Risiko von weiteren Hurrikans ist noch nicht ausgestanden, womit ein weiterer Risikoaufschlag bei den Ölpreisen vorerst eingepreist bleiben wird.

WTI kostet aktuell 74,68 US-Dollar pro Barrel. Brent wird für 84,74 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Beide Werte bleiben von weiteren Kurssteigerungen erstmal verschont, das kann sich durch Hurrikan Michael im Laufe des Tages noch ändern. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 83,29 Euro pro 100 Liter. Damit haben Verbraucher, wie angekündigt, weiter steigende Kosten.

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