OPEC enttäuscht, trotz Erhöhung

Das Kartell hat am Freitag die Anhebung der Ölproduktion beschlossen. Die Ölpreise an den Börsen reagierten, trotzdem mit massiven Preisaufschlägen.

25.06.2018 | Robby Erkmann

Wie zuletzt angenommen haben sich die Mitgliedsstaaten geeinigt, dass die Förderkürzungen, die seit etwa 18 Monaten aktiv sind, teilweise aufzuheben. So darf nun offiziell die Ölproduktion der OPEC- und Nicht-OPEC Staaten um insgesamt 600.00 B/T angehoben werden. Mit Einführung der Förderkürzungen Ende 2016 wurde die Ölproduktion um 1,8 Mio. B/T verringert. Welches Land, wie viel Erdöl mehr fördern und exportieren darf, darauf wurde sich am Freitag nicht geeinigt. Doch wichtig sei, dass die Fördermenge des Kartells, die volle Förderkapazität ausnutzt. So durfte vor der Erhöhung von allen Staaten zusammen 32,5 Mio. B/T Rohöl gefördert werden, doch tatsächlich lag die Rohölförderung zuletzt deutlich unter diesem Wert. Grund dafür ist die Wirtschaftskrise und rückläufige Ölproduktion in Venezuela oder die neuen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran.

Dennoch zeigt sich der Markt enttäuscht von der Einigung auf dem OPEC-Meeting in Wien. So wurde ein Konsens gefunden, der am unteren Ende der Erwartungen und Verhandlungen lag. Mit Beginn der Diskussionen im Vorfeld des Meetings, wurde dem Markt größere Hoffnungen gemacht. So forderten Russland und Saudi-Arabien stets die Anhebung um 1 bis 1,5 Mio. B/T. Diese Positionen konnten die beiden größten Förderer aber nicht durchsetzen. Daher zogen die Preise an den Ölbörsen massiv an. Der Preis für ein Barrel WTI stieg am Freitag um knapp 5,3 Prozent bzw. fast 3,5 US-Dollar. Die europäische Referenzsorte Brent kostete ebenfalls deutlich mehr und zog um 2,9 Prozent auf an.

Preise bleiben unruhig

Bei dem heutigen Handelsauftakt sind die Preise an den Börsen deutlich abgefallen. Wirklich zufrieden sind die Experten mit der Entscheidung der OPEC nicht. Schon das beratende Gremium der OPEC, kurz JMMC, hatte vorgeschlagen die Fördermengen um 1,0 Mio. zu erhöhen. Mit dem Kompromiss wird zwar eine Unterversorgung des Marktes vermieden, aber das Preisniveau wird wohl auf dem aktuellen Niveau bleiben. Jan Edelmann von der HSH Nordbank schließt fallenden Ölpreise mit der OPEC-Entscheidung aus. Das Preisniveau der HSH Analysten bleibt für den Sommer auf 80 US-Dollar pro Barrel. Die heutigen Kursverluste können daher nur eine kurze Gegenbewegung sein. Es bleibt spannend, wie sich die Ölpreise im Wochenverlauf entwickeln.

Brent kostet aktuell pro Barrel 74,27 US-Dollar und liegt heute Morgen etwa 1,7 Prozent im Minus. Die Sorte WTI kostet 68,44 US-Dollar pro Barrel und notiert etwa 1,2 Prozent im Minus. Der durchschnittliche Heizölpreis bleibt im Vergleich zu Freitag letzter Woche nahezu unverändert. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Durchschnitt 68,41 Euro.

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