OPEC kann Preise nicht einfangen

Ein Kommentar des OPEC-Präsidenten Al-Mazrouei konnte die gestrigen Preise nicht an der nächsten Rallye hindern. Der Nahe Osten kommt nicht zur Ruhe.

15.05.2018 | Robby Erkmann

Die USA haben bereits letzte Woche, nach der Verkündung, das Atomabkommen mit dem Iran zu beenden, damit begonnen Alternative Öllieferanten zu finden. Dabei bezieht sich die Suche nicht nur auf Lieferanten aus Nordamerika. Einbezogen sind auch mögliche Produzenten aus dem Kreise der OPEC. OPEC-Präsident und gleichzeigt Energieminister der V.A.E. nahm dazu nun Stellung gegenüber Bloomberg. Demnach könnten allein die drei OPEC-Mitglieder V.A.E, Kuwait und Saudi-Arabien die Belieferung des fehlenden Rohöls aus dem Iran übernehmen, der aufgrund der Wirtschaftssanktionen nun von den USA ausgeschlossen wird. Doch auch der Irak hat stets beteuert, die eigenen Förderkapazitäten auszubauen und ist demnach in der Lage kurzfristige Engpässe am Markt abzufedern.

Der dann veröffentlichte OPEC-Monatsbericht für April hat die Preise an den Börsen wieder angekurbelt. So hob die OPEC das Nachfragewachstum um 25.000 B/T auf 1,65 Mio. B/T an. Zwar ist die OPEC-Produktion im April um 12.000 B/T gestiegen, doch das fiel weniger ins Gewicht. Denn die Ölbestände der OECD lagen im März nur noch 9 Mio. Barrel über den 5-Jahresdurchschnittswert, der die Zielmarke des OPEC-Kartells markiert. Dennoch spricht die OPEC nicht davon, die Kürzungen zu beenden oder zu reduzieren. Dieser Aspekt ist daher eindeutig bullish und hat die Futures am gestrigen Tage nach oben klettern lassen.

Iran macht Werbung


Der iranische Außenminister war zuletzt in China um für eine Weiterführung des Atomdeals zu werben. Heute trifft er sich mit hochrangigen Politikern der europäischen Staaten, um eine dauerhafte Abmachung zu diskutieren. Der Iran hatte der EU eine Frist von 60 Tagen gesetzt, um dem Iran zu garantieren, am Abkommen festzuhalten. Die EU ihrerseits hatte gesagt 90 Tage zu benötigen. Jedenfalls wird es in den nächsten Monaten Klarheit geben wie es weitergeht. Zumal für die Umsetzung von bevorstehenden Sanktionen eine 180 tägige Übergangsfrist gelten würde. Unterdessen sorgt die Verlegung der US Botschaft nach Jerusalem für weiteres Gewaltpotential in der Region.

Mit fallenden Ölpreisen dürfte daher erstmal nicht gerechnet werden, wenngleich Gewinnmitnahmen die Preise kurzfristig etwas abfallen lassen können. Die Sorte WTI verteidigt die 70 US-Dollar Marke und kostet im Moment 70,94 US-Dollar pro Barrel. Ein Barrel der Sorte Brent notiert im Augenblick bei 78,23 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 70,13 Euro pro 100 Liter.

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