OPEC-Produktion steigt stark

Das Ölkartell hat seine Rohölförderung auf ein 2-Jahreshoch gebracht. Doch was bedeutet das für die Ölpreise, vor dem Hintergrund der Iransanktionen?

05.11.2018 | Robby Erkmann

Die OPEC-Förderung kann dabei noch weiter steigen. Eine Reuterumfrage ergab, dass Saudi-Arabien aktuell 10,65 Mio. B/T fördert, die Förderung aber auf 11,0 Mio. B/T ausbauen gedenkt. Außerdem hat sich die Ölförderung in Libyen auf einem Niveau von 1,25 Mio. B/T stabilisiert. Die gesamt OPEC-Ölförderung liegt laut Reuters bei 33,31 Mio. B/T und damit so hoch wie seit 2 Jahren nicht mehr. Im Markt sind aktuell einige bearishe Nachrichten. So auch, dass China die Öleinfuhren aus dem Iran bereits um 41,6 Prozent gesenkt hat, Sollte China eine Ausnahmegenehmigung von den USA erhalten, so müsste China die Öleinfuhren höchstwahrscheinlich nicht weiter senken. Generell wird der Markt heute Morgen von den aktuellen Rohölausfuhren des Irans überrascht. Demnach hat der Iran im Oktober noch 1,5 Mio. B/T exportiert. Das ist nur ein Rückgang von 0,8 Mio. B/T im Vergleich zu den Junizahlen.

Die USA hatten zu Beginn der Sanktionen geäußert die iranischen Ölausfuhren auf null zu reduzieren zu wollen. Doch aktuelle Meldungen haben offenbart, dass nun acht Staaten eine Ausnahmegenehmigung erhalten sollen. Darunter auch China. Einst hatten die USA noch kommuniziert, dass Ausnahmen nur schwer vorstellbar sind. Daher wundert es nicht, dass die Ölpreise nur schwach in die neue Woche starten.

Prognosen weiter uneinheitlich

Kunden können aktuell nur schwer auf die Preisaussichten der Analysten und Banken vertrauen. Die Prognosen für die Ölpreise gehen weiterhin stark auseinander. Goldman Sachs schätzt den Ölpreis auf 80 US-Dollar pro Barrel ein, da die Iransanktionen den Ölmarkt im November unterversorgen werden, so die Experten der Bank. Für den Ausblick im nächsten Jahr geht die Bank eher von einem Preisniveau von 60 US-Dollar pro Barrel Brent aus. Doch andere Analysten gehen auch von Preisen in Richtung der 100 US-Dollar Marke aus. Der Winter kann also noch einige Überraschungen bringen, auch wenn die Preistendenzen aktuell nach unten zeigen. Brent und WTI haben die der letzten Woche etwa 4 US-Dollar verloren.

Heute Morgen stehen die Kurse leicht im Minus bei 62,67 US-Dollar pro Barrel für WTI. Brent notiert bei einem Preis von 72,32 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist leicht auf 88,64 Euro pro 100 Liter gesunken.

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