Politik steuert Ölpreise

Die Rohölnotierungen reagieren aktuell stark auf die weltweiten politischen Ereignisse. Im Blickfeld stehen Handelsstreitigkeiten und Gewaltkonflikte.

10.04.2018 | Robby Erkmann

Im Konflikt in Syrien kann es zu einem erneuten Eingreifen der USA kommen. Aktuell setzt Assad, laut Medienberichten wieder Giftgas ein, das dazu führte, dass sich Präsident Trump dazu äußerte. Er kündigte Reaktionen an, behielt bisher doch geheim, wie diese ausfallen. Die Märkte sind dadurch verunsichert, da der Konflikt in Syrien viel internationale Sprengkraft birgt. Assad wird von Iran und Russland unterstützt, weshalb die Beziehungen zu Russland sich weiter verschlechtern können. Trump hatte sich schon einmal im Konflikt eingeschaltet und dabei Tomahawk Marschflugkörper auf syrische Militäreinrichtungen gefeuert. Daher ergibt sich für den Markt eine höhere Risikoprämie, die die Rohölpreise im Augenblick nach oben drücken.

Im sich zunehmenden Handelskonflikt zwischen den USA und China gibt es neue Kommentare von beiden Seiten. Berater aus dem Weißen Haus betonten neuerdings, dass es kurzfristig keine neuen Zölle geben wird und man die Verhandlung mit China suche. Grundsätzlich stützt dieser Kommentar die Rohölpreise. Doch China betonte, dass man im aktuellen Disput nicht nachgeben werde und diesen nicht zu verantworten habe. Daher werde es schwierig unter den aktuellen Bedingungen in Verhandlung zu treten. Allerdings stellte China auch klar, dass man kein Interesse an einen Handelskrieg hat.

Scheinbar unauffälliges Erdbeben

Ein Erdbeben in der Region des größten US-Rohöllagers in Cushing im Bundesstaat Oklahoma hat für Verunsicherung gesorgt. Die Regulierungsbehörde hat das nun zum Eingreifen bewegt. Die Behörde hält die Lagerstätten der Schieferölindustrie dafür verantwortlich. In den Lagerstätten wird Bohrwasser in unterirdischen Schichten eingelagert, das bei Öl- und Gasbohrungen anfällt. Bisher durften in diesen Lagerstätten 17.000 B/T eingelagert werden. Durch das Erdbeben wurde nun festgelegt, dass die maximale Lagermenge nur noch 5.000 B/T betragen darf. Der Markt befürchtet weitere Einschränkungen bei der Einlagerung des Bohrwassers. Das beeinflusst kurzfristig nicht die Ölproduktion der US-Schieferölindustrie, doch bei langfristigen Komplikationen bei der Einlagerung kann das Wachstum der US-Ölindustrie negativ beeinflusst werden. Experten werden daher die Entwicklung genau beobachten müssen.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland beträgt heute 63,64 Euro pro 100 Liter. Seitdem 22 März sind die Schwankungen des Durchschnittspreises sehr gering. Der Ausschlag bei den heutigen Rohölpreisen ist dagegen größer. WTI und Brent kosten beide deutlich mehr. Brent kostet pro Barrel im Augenblick 69,59 US-Dollar und liegt 1,44 Prozent höher. WTI liegt 1,60 Prozent im Plus und kostet zurzeit 64,30 US-Dollar pro Barrel.

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