Preis von 40 US-Dollar möglich

Dieses und nächstes Jahr wird sehr spannend bleiben, da der Markt einerseits das Preisniveau halten könnte, oder auf große Talfahrt gehen könnte.

08.03.2018 | Robby Erkmann

Für den aktuellen Anstieg der Rohölnotierungen ist allein das OPEC-Kartell verantwortlich, das letzte Jahr begonnen hat, Produktionskürzungen einzuführen. Damit konnten die Preise gehalten werden und stiegen schlussendlich bis auf das aktuelle Preisniveau von etwa 60 bis 65 US-Dollar pro Barrel. Doch die Situation ist nicht leichter geworden für das Förderkartell, bestehend aus OPEC- und Nicht-OPEC Staaten. Mit dem Preisanstieg der künstlich herbeigeführt wurde, durch eine absichtlich verminderte Produktion, stiegen die Preise. Die dann höheren Preisen ermöglichten es der US-Schieferölindustrie, aber auch der Tiefseeförderung in der Nordsee neue Projekte anzustoßen. Gleichzeitig wurde daran gearbeitet die Rentabilität und Förderkosten zu senken. Diese Entwicklung hat nun den Effekt, dass die Rohölförderung in den USA und anderen Staaten stark zulegt. Der OPEC gehen Marktanteile verloren und die Förderkürzungen verlieren ihre Wirkung, wenn die höheren Produktionsmengen aus den USA, Brasilien, Kanada und Mexiko diese ausgleichen.

Daher erwartet der Markt bereits, dass die OPEC die Förderkürzungen auch im kommenden Jahr weiterführen wird. Analyst Fawad Razagzada von ExxonMobil warnt aktuell vor einem erneuten Preiseinbruch, wie es Ende 2014 der Fall war. Diesbezüglich schaltete sich auch der Vorstandsvorsitzende von ExxonMobil ein. Darren Woods warnt ebenfalls vor einer solchen Situation. ExxonMobil berücksichtigt in seinen Planungen für die Zukunft auch eine Situation, in der die Ölpreise wieder auf 40 US-Dollar pro Barrel zurückfallen. Woods ist der Meinung, dass das Nachfragewachstum überschätzt wird und weniger stark steigen könnte. Damit würde der Ölmarkt in ein noch größeres Überangebot geraten. Inwiefern die OPEC einen Preiseinbruch akzeptieren könne bleibt aktuell ungewiss. Daher ist auch die Reaktion der OPEC nicht verlässlich vorhersehbar, so Darran Woods.

Daher belastet zusätzlich der raue Ton zwischen den USA und der EU über mögliche Strafzölle auf verschiedenste Produkte, da ein geringeres Wirtschaftswachstum die Ölnachfrage dämpfen würde. Die Aktienmärkte schauen daher aktuell sehr genau auf weitere Aussagen zuständiger Politiker.

Die Rohölpreise stehen heute Morgen erneut niedriger. WTI kostet im Augenblick 61,20 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent kostet aktuell 64,42 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte liegen etwa 0,25 Prozent unter den Eröffnungskursen. Ebenfalls abgenommen hat der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland. Heute kosten 100 Liter Heizöl im landesweiten Durchschnitt 60,72 Euro.

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