Preise von 150 US-Dollar möglich?

Diesen Wert warf der aktuelle Vorstandsvorsitzende des Ölgiganten Lukoil aus Russland in den Raum, der damit vor einer Explosion der Preise warnte.

26.01.2018 | Robby Erkmann

Vagit Alekperov sagte auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos, dass das Abkommen der OPEC und Nicht-OPEC Staaten die Ölpreise weiter stabilisieren wird, doch der mahnte gleichzeitig davor, dass eine rasante Steigerung auf ein Niveau von 150 US-Dollar pro Barrel vermieden werden müsse. Er sieht aktuelle Tendenzen, dass die ölproduzierenden Staaten selbst mit den aktuellen Rohölpreisen nicht zufrieden sind und so ein neues Rennen, um immer höhere Preise losgehe. Für den Lukoil-Chef sei ein Preisniveau aus den Jahren 2011 bis 2012 erstrebenswert, damit dann ein sukzessiver Ausstieg aus dem Förderabkommen erfolgen kann. Dabei betonte er, dass Lukoil für die kommenden drei Jahre mit einem Ölpreis von 50 US-Dollar pro Barrel kalkuliert hat.

Vorerst wird die OPEC wohl nicht auf die aktuellen Ereignisse reagieren, da die nächste Vollversammlung, auf der Beschlüsse gefasst werden können, erst im Juni ist. Dort entscheidet sich dann, ob das Abkommen bis Ende 2018 weitergeführt wird, oder ein vorzeitiger langsamer Ausstieg begonnen wird. Der OPEC Generalsekretär Barkindo kam am Rande des Weltwirtschaftsforums ebenfalls zu aktuellen Situation zu Wort. Seiner Meinung nach werde der Ölmarkt im Laufe des aktuellen Jahres in ein Gleichgewicht zurückkehren. Trotzdem werde die Zusammenarbeit der OPEC und Nicht-OPEC Staaten nicht beendet werden und auch im Jahr 2019 weitergeführt werden, so der Generalsekretär. Dabei muss eine Zusammenarbeit nicht bedeuten, dass die Staaten Förderkürzungen umsetzten, sondern es kann auch nur ein Informationsaustausch handeln zur Einschätzung der globalen Ölsituation. Außerdem begrüßt Barkindo die steigende US-Rohölförderung, da der Markt durch das Ölnachfragewachstum die zusätzlichen Mengen aus den USA gebrauchen kann.

Mexikos Ölförderung expandiert

Mehr Rohöl wird wohl auch der Nachbarstaat der USA produzieren können, wenn die nun bekanntgewordenen Pläne erfolgreich umgesetzt werden. Mexiko verkauft per Auktion Tiefseeförderlizenzen vor der mexikanischen Küste. Aktuelle gebe es 21 Unternehmen, die Interesse an diesen Lizenzen haben, davon sind 17 als Gruppe in Form eines Konsortiums aktiv. Es stehen 29 Gebiete zum Verkauf. Die Anzahl und der erwartete Verkaufserlös werden die größte Auktion darstellen, seit das mexikanische Monopol PEMEX aufgelöst wurde. Diese, dem Grunde nach bearishe Nachricht hat auf die Ölkurse keinen Einfluss.

Im Gegenteil beide Rohölsorten liegen heute Morgen über den Eröffnungskursen. WTI kostet 65,50 US-Dollar pro Barrel und Brent notiert im Augenblick bei 70,33 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent konnte den gestrigen Sprung über die 71 US-Dollar nicht halten, verteidigt aber die 70 US-Dollar Marke bisher erfolgreich. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland klettert vor dem Wochenende weiter nach oben. Für 100 Liter Heizöl muss im Durchschnitt 63,95 Euro bezahlt werden. Anfang der Woche lag dieser Wert noch bei 62,83 Euro pro 100 Liter.

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