Reservekapazität macht Sorge

Sofern die OPEC ihre Rohölförderung steigert ist das bearish für die Ölpreise, doch gleichzeitig ist die geringere Reservekapazität bullish zu bewerten.

12.09.2018 | Robby Erkmann

Daher bleibt der Einfluss des OPEC-Kartells weiterhin eher gering, auch wenn die Preisspanne von 70 bis 80 US-Dollar erstmal in Takt bleibt. Laut Insidern, ist das das Preisniveau, was inoffiziell eingehalten werden soll, damit das Wirtschaftswachstum nicht abgeschwächt wird und das Ölnachfragewachstum groß bleibt. Andererseits ist die Anspannung bei Analysten und Händlern groß. Kaum jemand mag vorhersagen können, ob am Ende des Jahres der Markt unterversorgt ist oder nicht. Die IEA hat für Juli eine Reservekapazität von 1,28 Mio. B/T errechnet. Im Durchschnitt des letzten  Jahres lag dieser Wert bei 2,09 Mio. B/T. Viel Puffer bleibt demnach nicht, um die sinkende Rohölversorgung aufzufangen, die infolge der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran entstehen.

Und deshalb sorgen die Unruhen im Irak für größere Sorgen, denn eine sinkende Ölförderung im Irak, kann der Markt aktuell kaum abfangen. Denn es wird gehofft, dass der Irak seinen Weg fortsetzen kann und die Rohölförderung weiter steigert. Doch ein Anschlag des IS auf eine Pipeline im nördlichen Irak besorgt den Markt. Zuvor war in Basra das iranische Konsulat in Brand gesetzt worden. Die innenpolitische Lage ist im Irak weniger stabil und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Heizölpreise verschrecken Käufer

Ungewöhnlich hoch sind die Heizölpreise. Die Kunden, die auf ein moderates vorwinterliches Preisniveau gesetzt haben, wurden böse überrascht. Die anhaltend stabilen Rohölpreise, lassen die Heizölpreise anziehen, oder zumindest nicht nachgeben. Die Explosion und komplette Abschaltung der Raffinerie in Vohburg bei Bayern hat dann nochmals für einen Preissprung gesorgt. Glücklicherweise wurde vor Lieferengpässe bisher nicht gewarnt. Andererseits können die Frachter auf den Binnengewässern nur zu 40 Prozent beladen werden. Das erhöht die Lieferaufschläge. Grund ist der sehr trockene Sommer, der die Pegelstände stark fallen lassen hat. Damit die Heizöltanker nicht auflaufen, werde diese weniger stark betankt. Das verringert die Lade- und Verschiffungskapazitäten und sorgt für Knappheit an den Heizöllagern.

Infolge der Unsicherheiten an den Ölmärkten sind die Ölpreise deutlich gestiegen. Brent liegt nahe der 80 US-Dollar pro Barrel und kostet im Moment 79,45 US-Dollar. WTI notiert ungefähr 10 US-Dollar unter Brent. Ein Barrel WTI kostet aktuell 69,93 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 77,43 Euro pro 100 Liter. Größere Kursabschläge sind aufgrund der momentanen Lage nicht zu erwarten.  

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