Risikoprämien stützen Preise

Die Münchener Sicherheitskonferenz sorgt nicht nur für ein besseres Klima zwischen den Staaten. Der Nahe und Mittlere Osten bleibt unberechenbar.

20.02.2018 | Robby Erkmann

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu brachte ein Drohnenteil mit zu seiner Rede und sprach davon, dass diese vom Iran stammende Drohne, im israelischen Luftraum abgeschossen wurde. Dabei warnte er direkt das iranische Regime, nicht sein Land herauszufordern. Er betonte, dass der Iran auch in Teilen Iraks, Syriens und Libanon versucht, Einfluss geltend zu machen. Israel würde auf solche Provokationen notfalls direkt reagieren. Die Aussicht auf weitere Spannungsfelder im Nahen Osten stützen daher die Ölpreise. Geopolitisch sorgt auch weiterhin der Konflikt mit Nordkorea für Risikoprämien am Ölmarkt. Trotz der olympischen Winterspiele kommt es derweil kaum zu einer Annäherung oder versöhnlicheren Tönen mit der internationalen Staatengemeinschaft.

Doch auch die innenpolitische Lage in Venezuela bleibt sehr angespannt. Der am Staatsbankrott stehende Staat hat in der Vergangenheit notwendige Instanthaltungen, um die Rohölförderung zu sichern, aufgeschoben. Gleichzeitig bleiben ausländische Investoren zurückhaltend, aufgrund der politischen Lage. Demnach können Rohöllieferungen aus Venezuela jederzeit noch stärker einbrechen. Aktuell exportiert Venezuela 1,6 Mio. B/T. Das OPEC-Abkommen würde es der Regierung erlauben, bis zu 1,9 Mio. B/T zu fördern.

Förderkürzungen bleiben notwendig

Will das OPEC-Kartell nicht, dass die Ölpreise stark einbrechen, bleiben die Förderkürzungen das komplette Jahr 2018 notwendig. Das Angebotsdefizit liegt im Februar laut EIA bei etwa 1,7 Mio. B/T und wird auch im März mit etwa 0,5 Mio. B/T weiterhin negativ sein. Doch würde es die aktuellen Förderkürzungen der OPEC- und Nicht-OPEC Staaten nicht geben, womit derzeitig 1,8 Mio. B/T vom Markt genommen werden, würde der Rohölmarkt schon jetzt überversorgt sein. Trotz der Förderkürzungen soll der Rohölmarkt dann bereits im April mit 0,8 Mio. B/T überversorgt sein. Die Überversorgung soll im Monat Mai weiter ansteigen und dann etwa 1,15 Mio. B/T betragen. Laut EIA soll die Überversorgung für das restliche Jahr bestehen bleiben. Durch die Einschätzung der EIA wird deutlich, dass der Ölmarkt schon jetzt und ab April noch viel stärker überversorgt wäre, wenn es die Förderkürzungen der OPEC nicht geben würde.

Der Rohölpreis für ein Barrel Brent liegt heute Morgen bei 65,58 US-Dollar. Die amerikanische Sorte WTI kostet aktuell 62,31 US-Dollar pro Barrel und steht im Augenblick 1,15 Prozent über den heutigen Eröffnungskursen. Ebenfalls gestiegen ist der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 60,21 Euro.

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