Riskanter Konflikt mit Russland

Die außenpolitischen Beziehungen zwischen Russland und dem Westen nehmen nicht ab, stattdessen folgen nun neue Sanktionen von den USA gegen Russland.

16.03.2018 | Robby Erkmann

Diese Sanktionen beziehen sich auf die Eingriffe Russlands in den US-Wahlkampf 2016. Die Einflussnahme Russlands erfolgte durch Cyberattacken. Außerdem haben Großbritannien, Deutschland, Frankreich und die USA den Giftanschlag auf den EX-Doppelagenten Skripal scharf verurteilt und fordern eine zügige und lückenlose Aufklärung. Die Rohstoffmärkte sehen dem Konflikt sehr verunsichert entgegen, weil Russland bisweilen der größte Ölproduzent der Welt ist. Außerdem fördert Russland jede Menge Gas und exportiert große Teile nach Europa. Zwar beziehen sich die neusten Sanktionen alle auf diplomatischer Ebene, doch eine Ausweitung der Sanktionen könnte demnächst auch den Energiesektor treffen. Eine Verschlechterung der weltweiten Versorgungslage kann daher nicht ausgeschlossen werden. Die Ölbörsen reagieren daher mit höheren Preisen. Denkbar sind nun Risikoaufschläge, die bei solchen Konflikten üblich sind. Auf der anderen Seite fürchten die Märkte, dass das globale Wirtschaftswachstum abnehmen kann, was wiederrum die Nachfrage nach Rohöl mindern würde und damit die Überversorgung vergrößern könnte.

US-Bestandszahlen ohne Auftrieb

Die gestrigen wöchentlichen Zahlen aus den USA waren sehr uneinheitlich. Bei den Rohölbeständen wurden Aufbauten auf Wochensicht von 5,0 Mio. Barrel verzeichnet. Erwartet wurden lediglich 2,5 Mio. Barrel. Widererwarten stieg die US-Raffinerieauslastung, die somit mehr Rohöl verbraucht hatte, was eigentlich gegen steigende Bestände spricht. Ins Bild passt dagegen, dass die US-Rohölimporte letzte Woche um 2,9 Mio. Barrel sanken.

Dafür sind die Produktbestände deutlich gesunken und haben die Erwartungen weit übertroffen. Der Destillatbestand sank um 4,4 Mio. Barrel, wohingegen nur 1,1 Mio. Barrel erwartet worden waren. Die Benzinbestände sanken mit 6,3 Mio. Barrel noch stärker. Hier wurde sogar nur mit einem Rückgang von 0,8 Mio. Barrel gerechnet. Gestützt werden diese Werte von einer weiterhin untypisch hohen Gesamtnachfrage nach Ölprodukten, über 20,9 Mio. B/T. Für die vergangene Woche wurde zudem ermittelt, dass die US-Rohölförderung um 12.000 B/T angestiegen ist. Die Daten des DOE sind daher sehr uneinheitlich und haben keinen richtungsweisenden Effekt. Diese Woche lag der Fokus mehr auf die geopolitischen Spannungen mit Russland, wo ein neues Stimmungstief anrollt.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 60,95 Euro pro 100 Liter und kostet fast genauso viel, wie zu Wochenbeginn. Die Rohölnotierungen haben sich im Bezug zu Wochenbeginn ebenfalls nicht viel verändert und liegen aktuell etwas tiefer. WTI kostet heute Morgen 61,24 US-Dollar pro Barrel. Brent wird im Augenblick für 65,15 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Beide Rohölwerte liegen heute Morgen leicht über den Einstandskursen.

 

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