Rohölpreise bleiben anfällig

Die gestrigen Ölpreise waren volatil. Erst ging es bergauf, bevor es wieder abwärts ging. Die Kurse sind aktuell sehr nervös, aufgrund der Nachrichtenlage.

29.03.2018 | Robby Erkmann

Gute US-Wirtschaftsdaten stützen gestern die Preise, die es aber verpassten Widerstände zu überspringen. Im weiteren Tagesverlauf sorgten dann bullishe DOE-Daten für neue Impulse, die aber die Preise nicht anheben konnten. Prinzipiell unterstützten die DOE-Zahlen, die einen Tag zuvor veröffentlichten API-Zahlen. Die DOE-Zahlen meldeten jedoch einen mit 1,6 Mio. Barrel, deutlich geringeren Bestandsaufbau bei Rohöl, als das API mit 5,3 Mio. Barrel. Im Vergleich zur Vorwoche nahmen die US-Rohölimporte um etwa 7,5 Mio. Barrel zu, wohingegen die Exporte unverändert blieben. Damit werden Bestandsaufbauten unterstützt, die aber angesichts dieser Zahlen recht niedrig ausfallen. Genauer betrachtet stieg der Rohölbestand in Lager von Cushing um 1,8 Mio. Barrel. Daher sind die Vorräte in allen anderen Lagern, insgesamt um 0,2 Mio. Barrel niedriger. Deswegen ist die Rohölbestandsveränderung eher bearish zu bewerten.

Die Gesamtnachfrage über alle Produktkategorien liegt aktuell bei 20,9 Mio. B/T, was ein gutes Niveau ist, für die aktuelle Jahreszeit. Der Bestandsabbau bei den Destillaten liegt laut DOE bei 2,1 Mio. Barrel. Die Benzinbestände sind um 3,5 Mio. Barrel gesunken. Gleichzeitig soll die US-Rohölförderung erneut ausgebaut worden sein und 26.000 B/T höher liegen, als in der Vorwoche. Mit nun insgesamt 10,4 Mio. B/T wurde laut DOE ein neues Rekordhoch erreicht. Auch wenn diese Zahlen prinzipiell bearish sind, überraschen sie den Markt doch nicht. Im wöchentlichen Bericht des DOE überwiegen demnach die bullishen Faktoren, nachhaltigen Einfluss auf die Ölpreise hatten die Zahlen jedoch nicht.

Neue Informationen zum Sorgenkind

Innerhalb der OPEC ist und bleibt Venezuela ein Problem. Zwar wurde das Förderabkommen dazu gegründet, die Rohölförderung der Staaten zu begrenzen, doch Venezuelas Ölförderung sinkt weiterhin ins bodenlose. Seit dem Ölpreisverfall ist das Land in finanziellen Schwierigkeiten geraten, da Venezuela sehr abhängig von den Erlösen der Ölförderung war und ist. Politisch ist das Land ebenfalls am Ende und von inneren Unruhen und großen Missmut in der Bevölkerung gebeutelt. Eine Besserung ist nicht in Sicht, obwohl Venezuela nach wie vor die wohl größten Rohölreserven der Welt hat. Die Prognose der EIA geht aktuell davon aus, dass die Förderung bis Ende 20189 schrumpfen wird. Diese Aussage stützt die Ölpreise, da das Rohölangebot dadurch zusätzlich verknappt wird. In den 90er Jahren förderte Venezuela noch weit über 3 Mio. B/T. Zu Beginn des Jahres 2016 lag die Rohölförderung nur noch bei 2,3 Mio. Barrel, doch es sollte noch weiter bergab gehen. Neusten Berichten zufolge, liegt die aktuelle Fördermenge bei 1,6 Mio. B/T. Mit weiteren Einbußen muss allerdings gerechnet werden.

Diese Meldung stützt die Ölpreise, aber viel Aufwärtspotential ist aktuell, aufgrund des hohen Preisniveaus, nicht vorhanden. Ein Barrel WTI kostet zurzeit 64,61 US-Dollar pro Barrel. Die Sorte Brent wird im Moment für 69,67 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Beide Werte liegen leicht unter den Einstandskursen. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland konnte sich nicht seinem Jahreshoch weiter annähern. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Durchschnitt 64,03 Euro.

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