Rohölpreise bleiben sehr nervös

Die gestrigen Ölnotierungen starteten bearish, doch der Rohölpreis konnte sich im Tagesverlauf beruhigen, wobei weitere Kursabschläge folgen können.

07.02.2018 | Robby Erkmann

Verantwortlich dafür waren die Aktienmärkte, die bei der gestrigen Eröffnung in London und New York die Ölpreise stützten, die zuvor ihre Unterstützungslinien durchbrochen hatten. Der Aktienhandel selbst war gestern wieder stabiler, nachdem die Tage zuvor sehr turbulent waren.

Trotzdem die Preise für Brent und WTI in den letzten Tagen um etwa drei bis vier US-Dollar pro Barrel nachgaben, bleibt die Gefahr bestehen, dass die Preise weiter absacken. Analysten Ole Hansen von der Saxo Bank warnte nochmals eindringlich, dass die Sorte Brent Abwärtspotential für 10 bis 15 Prozent aufweist, sofern die US-Ölbestände jahreszeitenbedingt steigen würde und die Nachfrage abnimmt. Selbigen Preisrückgang hält auch Norbert Rücker von der Julius Baer Bank für möglich. Seiner Meinung nach, sind Stimmungszyklen sehr kurzfristig, sodass nun ein Wendepunkt in Sicht ist. Fundamental rechnet er in den nächsten Wochen kaum mit preisstützenden Nachrichten, sodass die starke Long-Ausrichtung der Händler zurückgehen wird. Steigende Ölbestände und eine steigende US-Rohölförderung prognostiziert auch die UBS, die damit ebenfalls mit Ölpreise rückläufig einschätzt. Unterstützung bekommen die Preiserwartungen der Banken, dass die EIA den Durchschnittspreis für Brent im zweiten und dritten Quartal bei etwa 62 US-Dollar sieht. Das entspräche einen Rückgang von acht Prozent.

API-Zahlen beruhigen kurzfristig

Die aus den USA gemeldeten API-Zahlen wirkten sich gestern Abend ebenfalls stützend auf die Ölnotierungen aus, können aber Kursverluste heute Früh nicht verhindern. Die Lagerbestände bei Rohöl sind demnach um 1,1 Mio. Barrel gefallen und auch die Benzinvorräte sind mit 0,2 Mio. Barrel etwas gesunken. Lediglich die Destillatbestände sind mit 4,6 Mio. Barrel deutlich gestiegen. Das überrascht, da die Raffiniereiauslastung rückläufig ist und der sehr kalte Winter die Nachfrage nach oben drückt. Dennoch reichten diese Nachrichten für eine kleine Gegenbewegung an den Ölbörsen. Nun werde mit Spannung die DOE-Zahlen erwartet, die genauere Informationen liefern und die Ölpreise eventuell wieder unter Druck setzen können. Spannend bleibt es aber auch an den Aktienmärkten, die aktuell einen stärken Einfluss, als sonst auf die Ölnotierungen haben.

Der durchschnittliche Heizölpreis ist nochmal etwas gesunken. Mit 61,87 Euro pro 100 Liter ist der Durchschnittspreis für Heizöl so günstig wie seit dem 27. Dezember 2017 nicht mehr. Ein Barrel WTI kostet aktuell 63,31 US-Dollar und liegt fast ein Prozent im Minus. Ebenfalls deutlich gefallen ist heute Vormittag der Preis für ein Barrel Brent. Im Augenblick liegt Brent 0,45 US-Dollar im Minus und kostet pro Barrel 66,77 US-Dollar.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation