Rohölpreise ohne Potentiale

Die Nachrichtenlage verhindert, dass die Ölnotierungen ein neues Jahreshoch erreichen. Preise von 70 US-Dollar werden nur schwer realisierbar sein.

09.04.2018 | Robby Erkmann

Aus Libyen wird gemeldet, dass die Rohölförderung wieder die 1 Mio. B/T Marke erreicht hat. Die EIA meldete zuletzt eine Förderung von 0,97 Mio. B/T, da es Probleme mit mehreren Ölfeldern gab. Das El Fell Ölfeld soll jedoch noch nicht die Normalleistung erreicht haben, sodass die Ölförderung auf 1,1 Mio. B/T ansteigen kann. Prinzipiell ist dies eine bearishe Meldung, da die Unterversorgung des Marktes mit Rohöl so abnimmt. Allerdings hat die Vergangenheit gezeigt, dass Libyen innerpolitisch noch nicht so stabil ist, dass die Ölförderung auf einem konstanten Niveau bleiben kann. Die Versorgungslage kann daher auch wieder schlechter werden.

Doch auch der Handelsstreit zwischen China und den USA belastet den Markt sehr, da die Auseinandersetzung immer härter Formen anzunehmen scheint. US-Präsident Trump sorgte am letzten Freitag erneut für eine massive Verunsicherung. So wendete er sich an die US-Bevölkerung, um diese auf einen Disput mit China vorzubereiten, der negative Auswirkungen auf die Bevölkerung haben könnte. Die US-Regierung unter Trump arbeitet aktuell an weiteren Zöllen gegen China, sofern China auf die aktuellen Zölle Gegenmaßnahmen ergreift. Diese Reaktion gilt mehr als wahrscheinlich und wurde von der chinesischen Regierung bereits angekündigt. So schaukelt sich der Konflikt aktuell im höher. Interesse an einem dauerhaften Handelskrieg dürften jedoch beide Staaten nicht haben, da die negativen Folgen zu schwer ins Gewicht fallen, auch bei der gemeinen Bevölkerung.

Die Verunsicherung bleibt aktuell groß. So drückt der Handelsstreit beider Großmächte auf die Ölpreise, andererseits sorgt die härtere Gangart der USA, gegenüber dem Iran und dem Atomabkommen für Aufwärtspotentiale. Neue Sanktionen gegen den Iran würden die Rohölförderung hart treffen und die Versorgungslage verknappen. So bestimmen aktuell die geopolitischen Entwicklungen, wohin es die Rohölpreise treibt. Meldungen, dass Baker Hughes den höchsten Stand an aktiven US-Ölbohranlagen meldete, fallen daher kaum ins Gewicht. Aktuell sind 808 Anlagen aktiv. Die ist der höchste Stand seit Februar 2015.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist leicht gefallen, bleibt aber auf Jahressicht auf hohem Niveau. Im Bundesdurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl momentan 63,55 Euro. Die Rohölpriese sind heute Früh etwa stabiler. WTI kostet 0,58 Prozent mehr und notiert bei 62,31 US-Dollar pro Barrel. Brent kostet 67,42 US-Dollar pro Barrel und liegt aktuell 0,73 Prozent im Plus.

 

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