Rohölpreise rutschen noch tiefer

Die Rohölpreise sind gestern nochmal deutlich gefallen. Damit befindet sich die Ölpreise in einem Bärenmarkt, da die Preise über 20 Prozent gefallen sind.

09.11.2018 | Robby Erkmann

Diese Marktsituation wird von der sogenannten Contango Konstellation bestätigt. Das bedeutet Rohöl mit einer kürzeren Lieferzeit günstiger ist, als Rohöl mit einer längeren Lieferzeit. Der Preisunterschied beträgt bei einer Lieferung in 3 Monaten 0,6 US-Dollar pro Barrel und für eine 6-monatige Lieferzeit liegt der Preisunterschied bei 1,0 US-Dollar. Wird der früherer Monat günstiger gehandelt, ist das für Verbraucher eine gute Nachricht. Denn dann ist die Versorgungslage am Markt besser und es bestehen keine Lieferengpässe. Mit dieser Grundkonstellation haben wohl nur wenige Experten gerechnet, gerade jetzt wo die Sanktionen gegen dem Iran voll greifen und auch die Ölindustrie betreffen. Bis vor kurzem war die Marktlage noch anders. Anfang Oktober befand man sich in einer bullishen Backwardation, die für steigende Rohölpreise stand und eher eine knappere Versorgungslage darstellte.

Der jetzige Wechsel ist sicherlich gut für Verbraucher, doch zeigt das sprunghafte Verhalten der Ölpreise doch, wie schnell die Rohölpreise steigen oder fallen können. Niedrige Rohölpreise sind damit nicht garantiert und können auch relativ kurzfristig wieder von steigenden und höheren Ölpreisen abgelöst werden. Zumal das jetzige Preisniveau der OPEC und anderen Ölförderer eher weniger gefallen wird, denn die Ölpreise fallen weiter und könnten schon nächste Woche unter der gewünschten Handelsspanne der OPEC liegen. US-Präsident Trump dürfte mit den aktuellen Preisen hingegen zufrieden sein. In der Vergangenheit kritisierte er die hohen Ölpreise deutlich.

Saudi-Arabien verwirrt Experten

Medien berichten, dass Saudi-Arabien eine Studie durchführt, bei der getestet wird, wie die Folgen aussehen, wenn die OPEC aufgelöst wird. Der Leiter dieser Studie ist der ehemalige EIA-Chef Adam Sieminski. In der Studie untersuche man den Einfluss der Reservekapazität und was passiert, wenn diese nicht mehr existiert. Dort werden zwei Szenarien geprobt. Einmal der Wettbewerb zwischen allen Produzenten um Marktanteile. Die andere Simulation handelt davon, dass Saudi-Arabien allein versucht den Markt auszubalancieren. Der Markt reagiert nervös auf diese Meldung, denn ein Ende der OPEC hätte weitreichende Folgen, die die Grundsituation am Ölmarkt komplett ändert.

Nach der gestrigen Abwärtsbewegung der Ölpreise kennen diese heute Morgen wieder nur den Weg nach unten. WTI kostet im Augenblick 60,38 US-Dollar pro Barrel. Brent notiert bei einem Preis pro Barrel von 70,35 US-Dollar. Dagegen ist der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland teurer geworden. 100 Liter Heizöl kosten heute im Bundesdurchschnitt 89,39 Euro.

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