Rohölpreise verteidigen Preisniveau

Gestern war das Aufwärtspotential aufgebraucht, doch die Situation in Libyen verschärft sich derweil. Das kann den Preisen einen neuen Schub geben.

03.07.2018 | Robby Erkmann

Über den Häfen Es Sider und Ras Lanuf war bereits ein Force Majeure ausgerufen worden. Bei höherer Gewalt, schützt das den Betreiber der Anlagen, vor den Forderungen der jeweiligen Abnehmer, doch die Öllieferungen zu produzieren. Nun hat die National Oil Corporation in Tripolis diesen Status auch über die Häfen in Zueitina und Hariga ausgerufen. Dort wurden Ölverladungen durch örtliche Rebellen verhindert, so der Vorsitzende der NOC. Unterdessen sinkt die Ölproduktion in Libyen immer weiter ab. Die Lagerkapazitäten in den Häfen sind ausgeschöpft, sodass nun die Ölproduktion an den Ölfeldern gestoppt werden muss. Aufgrund der neuen Force Majeure soll die Ölproduktion in Libyen nun um 850.000 B/T gesunken sein. Die normale Kapazität Libyens liegt normal bei etwa 1,0 Mio. B/T.

Die höhere Ölförderung des OPEC-Kartells im Juni kann die derzeitigen weltweiten Produktionsausfälle bei weitem nicht ausgleichen. So förderte alle Kartellmitglieder zusammen etwa 320.000 B/T mehr als im Vormonat Mai, so der Bericht von Reuters. Die bevorstehenden Monatsberichte der EIA, OPEC und IEA können demnächst mehr Aufschluss darüber geben, wie schnell die OPEC-Produktion erhöht werden kann, nachdem der Beschluss gefasst wurde die Förderkürzungen um 0,6 Mio. B/T zu reduzieren.

Nachfrageausblick bleibt pessimistisch

Für etwas Entspannung an den Ölbörsen sorgt der Ausblick auf das Nachfragewachstum. Die positive Stimmung kann weiter abnehmen. Sorge macht man sich daher für das Wirtschaftswachstum, das angesichts der Importzölle und Sanktionen unter Druck steht. Im Fall Iran rudert die USA etwas zurück. Nun soll es wohl doch die Möglichkeit geben, dass Staaten und Unternehmen Ausnahmegenehmigungen erhalten können, die noch nach dem 4. November Rohöl aus dem Iran beziehen. Brain Hook, vom Außenministerium hat eine Fall zu Fall Prüfung in Aussicht gestellt.

Das Wachstum der Benzinnachfrage in den USA nimmt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich ab. In China haben die Schiffsverladungen im Monat Mai nachgelassen. Gründe sind wohl die höheren Ölpreise und der Handelsstreit zwischen China und den USA, der die Wirtschaftsprognosen abschwächt. Diese Anzeichen bestätigt auch Neumann von der HSBC in Hong Kong.

Die Ölpreise bleiben daher erstmal in abwartender Haltung, ohne große Kursunterschiede zu gestern. Brent kostet im Moment 77,87 US-Dollar pro Barrel. WTI wird für 74,74 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Beide Notierungen stehen aktuell höher als zur Eröffnung heute Morgen. Daher ist der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland auch fast unverändert zu gestern. Für 100 Liter Heizöl wird im Durchschnitt 70,75 Euro bezahlt.

 

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