Russland forciert Ausstieg

Das zur Überwachung der Einhaltung der Förderkürzungen verantwortliche Komitee trifft sich am 21. Januar. Dort will Russland ein sensibles Thema erörtern.

17.01.2018 | Robby Erkmann

 

Der russische Energieminister zeigte sich schon in der Vergangenheit unzufrieden mit dem schnellen Preisanstieg an den Ölbörsen. Alexander Nowak möchte am 21. Januar im Oman über eine mögliche Strategie, wie man das Abkommen beenden kann, sprechen. Eine Exit-Strategie ist ein wesentlicher Teil, dass die Förderkürzungen erfolgreich beendet werden und der Markt nicht mit Rohöl überflutet wird. Russland werde sich nicht davon abbringen lassen, dieses Thema mit den anderen Staaten zu diskutieren, so der russische Energieminister Nowak. Es sei sehr wichtig, zu wissen, welche Methoden am besten geeignet seien, um das Abkommen auslaufen zu lassen. Gleichzeitig betonte er, dass der Markt weiter beobachtet werden müsse und die Situation der Überversorgung noch nicht vollends beendet sei. Aus dem Vorstand des russischen Ölkonzern Lukoil heißt es dazu, dass ein Ausstieg forciert werden sollte, sobald die Ölpreisenotierungen länger als 6 Monate über einem Niveau von 70 US-Dollar pro Barrel sind.

USA können Preisanstieg nicht vermeiden

Die gefürchtete Schieferölindustrie in den USA kann trotz ihrer enormen Wachstumspotentiale die Preise bisher nicht aufhalten zu steigen. Zwar ist die Anzahl der erschlossenen aber noch nicht angeschlossenen Ölquellen im Dezember 2017 um weitere 156 Stück gestiegen. Doch einen wesentlichen Anstieg der Rohölförderung gab es bisher nicht zu verzeichnen. Mit 7.493 vorbereiteten Ölquellen wurde gleichzeitig ein neues Rekordhoch erreicht. Das Potential, die Rohölförderung drastisch zu steigern ist vorhanden, wurde bis jetzt aber noch nicht umgesetzt. Im Vorjahreszeitraum Dezember 2016 lag die Anzahl der angebohrten Ölquellen bei 5.453 Stück. Im Durchschnitt der letzten 12 Monate stieg die Anzahl der nicht vollends erschlossenen Ölquellen um 170 Stück. Eine neue Prognose zeigt, dass bis Februar die Ölförderung an den Schieferölquellen um 110.000 B/T ansteigen soll. Dies wäre der erste große Anstieg. Bis zum Ende dieses Jahres soll die US-Rohölförderung bei etwa 11 Mio. B/T liegen. Die aktuelle Förderung dürfte infolge des harten US-Winters immer noch leicht unter der 10 Mio. B/T Marke liegen. Es bleibt also dabei, dass ein enormes Aufbaupotenzial vorhanden ist. Die Frage ist nur, wann dieses genutzt wird.

Die Rohölpreise bleiben heute Morgen weitestgehend unverändert. Die Nordseesorte Brent kostet aktuell 69,15 US-Dollar pro Barrel. Das amerikanische Gegenpendant notiert heute Früh 63,75 US-Dollar pro Barrel.

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