Saudi-Arabien glättet die Wogen

Die unliebsamen hohen Rohölpreise sind außerhalb der gewünschten Handelsspanne von Saudi-Arabien, weshalb weiter versucht wird die Preise zu drücken.

09.10.2018 | Robby Erkmann

Der saudische Kronprinz hat am Wochenende versprochen, alle Ausfälle durch die Sanktionen gegen den Iran zu kompensieren. Demnach habe die Ölförderung der OPEC und Nicht-OPEC Länder um 1,5 Mio. B/T zugenommen, wohingegen im gleichen Zeitraum die iranischen Ölexporte nur um 0,7 Mio. B/T gefallen sind. Demnach wird jeder fehlende Barrel Rohöl aus dem Iran doppelt aufgefangen. Damit sieht der Kronprinz die Pflicht bei anderen Staaten, um die Lage zu beruhigen. So kritisierte er die Probleme bei den Ölexporten von Kanada, Mexiko, Libyen und Venezuela, so sein Fazit. Außerdem hat Saudi-Arabien trotz der Produktionssteigerungen noch eine Reservekapazität von 1,3 Mio. B/T und kann damit auch weitere Exportausfälle aus dem Iran auffangen. Denn diese werden noch weiter fallen, da die Sanktionen gegen die Ölindustrie des Irans erst ab November beginnen.

Die Aussage des Kranprinzen von Saudi-Arabien überrascht nun doch ein wenig, da der Markt deutlich knapper eingeschätzt wurde. Für September bestätigt die US-Bank Goldman Sachs diese Auffassung. Laut der Bank wurden die Exportrückgänge im September komplett ausgeglichen.

Die Ölpreise haben mit dem erreichen neuer 4-Jahreshochs nun erstmal auf hohem Niveau etwas nachgegeben. Gewinnmitnahmen sind allerdings nicht unüblich bei stärkeren Kursschwankungen. Nach dem erreichen der 80 US-Dollar Marke stiegen die Ölpreise in ungeahnte Höhen. Ob das Ende der Fahnenstange erreicht ist, bleibt aber ungewiss. Weitere Preisanstiege bleiben im Bereich des Möglichen.

Heizen wird teurer werden

So berichtet der Tagesspiegel, dass nicht nur Gas, sondern auch Heizöl teurer wird. 100 Liter Heizöl kosten im bundesweiten Durchschnitt mittlerweile mehr als 82 Euro bei einer Abnahme von 3000 Litern. Ein solches Preisniveau traf die Verbraucher zuletzt vor über vier Jahren. Die Heizölpreis sind infolge der Rallye an den Ölbörsen um etwa 15 Prozent gestiegen. Auch Kunden, die mit Gas heizen werden höhere Energiekosten haben. Zwar stehen die Preise zwischen beiden Energieträgern nicht in Verbindung zueinander, doch Rohöl bleibt ein Hauptenergieträger und beeinflusst damit auch andere Preise.
Der Herbst ist damit schon jetzt deutlich teurer geworden, als die letzte Wintersaison. Da notierten die Ölpreise aber auch bei Preisen von 60 bis 70 US-Dollar pro Barrel. Heute stehen die Ölpreise wieder etwas höher dar. WTI kostet 74,69 US-Dollar pro Barrel. Brent wird im Augenblick für 84,42 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der heutige Heizölpreis hat sich vorerst nicht verteuert. Im bundesweiten Durchschnitt kosten 100 Liter Heizöl 81,76 Euro.

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