Saudi-Arabien verwirft Pläne

Saudi-Arabien wollte dieses Jahr den bisher größten Börsengang durchführen, den es in der Geschichte gab. Doch der Plan wurde wieder mal verschoben.

22.03.2018 | Robby Erkmann

Im Grunde geht es darum, dass der staatliche Ölkonzern Saudi-Aramco teilweise privatisiert werden soll. Diese privaten Anteile wären dann an einer Börse gelistet worden und hätten einen Gegenwert von etwa 100 Mrd. US-Dollar in die Kassen der Saudis gespült. Für den Börsenplatz wurden stets nur große Namen gehandelt, wie die London Stock Exchange oder die New York Stock Exchange. Doch der geplante Börsengang für 2018 wurde nun gestrichen und auf 2019 verschoben. Gleichzeitig wird vermutet, dass man die Anteile an der Börse in Saudi-Arabien platzieren wird. Gründe für das erneute Verschieben gab es nicht. Es liegt wieder die Vermutung nahe, dass Saudi-Arabien auf weiter steigende Ölpreise setzt, was den Firmenwert von Saudi-Aramco, aufgrund der höheren Einnahmen enorm steigern kann. Das war seinerzeit auch einer der Hauptgründe, weshalb Saudi-Arabien das Förderabkommen mitunterzeichnet hat, so viele Experten der Branche. Dies könnte bedeuten, dass die saudische Regierung, über 2018 hinaus an den Förderkürzungen festhalten will, damit der Börsengang 2019 möglichst erfolgreich wird.

Ölpreise im Jahreshochbereich

Die bullishe Marktsituation aufgrund neuer bevorstehender Spannungen zwischen dem Iran und den USA, sowie wohl auch Saudi-Arabien, haben die Preise zuletzt angehoben. Nun wurde der Markt noch von überaus bullishen US-Ölbestandsdaten überrascht.

In der vergangenen Woche stieg die Auslastungsquote der US-raffinerien ungewöhnlicherweise an. Dies spiegelt sich auch in den geringeren Rohölbeständen wieder, die um 2,6 Mio. Barrel sanken. Die Einschätzung der Experten hatten mit Aufbauten von 2,4 Mio. Barrel gerechnet. Gleichzeitig sanken die Importe von Rohöl um 3,6 Mio. Barrel. Die Rohölexporte stiegen um 0,6 Mio. Barrel. Diese Werte unterstützen die sinkenden Rohölbestände. Die Gesamtnachfrage nach Ölprodukten bleibt auf einem hohen Niveau und beträgt 20,7 Mio. B/T. Der Benzinbedarf hat zwar deutlich nachgegeben, doch mit 9,3 Mio. B/T bleibt die Nachfrage nach Benzin aktuell über dem Vorjahresniveau, die zur selben Zeit bei 9,2 Mio. B/T lag. Die Destillatbestände sanken um 2,0 Mio. Barrel und die Benzinvorräte sanken um 1,7 Mio. Barrel, was dem allgemeinen Bild entspricht, dass die Versorgungsituation am Markt knapper wird. Denn die höhere Raffinerieverarbeitung hätte durchaus für höhere Produktbestände sorgen können.

Der einzige bearishe Aspekt ist, dass die US-Rohölförderung ein neues Rekordhoch erreicht hat. In der letzten Woche sollen laut DOE, 10,407 Mio. B/T gefördert worden sein. Das entspricht einen Zuwachs auf Wochensicht von 26.000 B/T.  Zudem meldete Standard Chartered, dass die Rohölvorräte in den USA zum ersten Mal seit 2014 unter dem 5-Jahresdurchschnitt gefallen sind.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist von gestern auf heute um etwa 1,5 Euro gestiegen und liegt heue bei 64,07 Euro pro 100 Liter. Damit ist der Durchschnittpreis wieder nahe an das Jahreshoch von 64,86 Euro herangetreten. Die Rohölnotierungen können ihre Preise von gestern nicht weiter erhöhen. WTI und Brent liegen heute beide unter den Eröffnungskursen. Brent kostet augenblicklich 69,29 US-Dollar pro Barrel. WTI wird für 65,17 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

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