Saudi-Arabien zu optimistisch

Entweder plant das Königreich im kommenden Jahr ein neues Abkommen zur Reduzierung der Rohölförderung, oder das Königreich verkalkuliert sich stark.

20.12.2018 | Robby Erkmann

In der Haushaltsplanung für nächstes Jahr rechnen die Saudis mit extrem hohen Einnahmen aus dem Ölgeschäft. Realtisch gesehen müsste der Durchschnittspreis für Rohöl im kommenden Jahr bei 80 US-Dollar pro Barrel liegen. Das ist Stand heute, unmöglich. Selbst mit den neuen Förderkürzungen, die Anfang Dezember beschlossen wurden, ist eine Überversorgung des Marktes gegeben. Die Ölpreise werden daher nicht signifikant steigen können. Das jetzige Preisniveau der Rohölsorte Brent liegt bei etwa 55 US-Dollar pro Barrel und wird Anfang nächsten Jahres wohl nicht viel höher liegen. Damit der Durchschnittspreis bei 80 US-Dollar liegen könnte, müsste der Rohölpreis streckenweise bei 90 US-Dollar oder mehr liegen, oder Saudi-Arabien exportiert deutlich mehr Rohöl. Kater, das aus der OPEC zum kommenden Jahr aussteigen wird, rechnet mit einem Durchschnittspreis von 55 US-Dollar pro Barrel. Dieser Wert ist auch für Analysten realistisch. Angesichts der Außenpolitik der USA, die massiv Einfluss auf Saudi-Arabien nimmt und selbst die Schieferölförderung massiv ausbauen, ist das sehr unwahrscheinlich. Andererseits ist Saudi-Arabien auf sprudelnde Einnahmen aus dem Ölgeschäft angewiesen, um den Umbau der Wirtschaft anzutreiben, weg von der Abhängigkeit vom Rohöl.

Irak baut Rohölförderung aus

Die bearishen Meldung reißen nicht ab. Laut neuster Meldungen werden im irakischen Majoon Ölfeld 40 neue Ölquellen anzubohren.  Mit einer seismischen 3D Untersuchung der Ölfelder soll dann die dortige Rohölförderung gesteigert werden. Aktuell fördert das Ölfeld 240.000 B/T zutage. In Zukunft sollen dort etwa 400.000 B/T an Rohöl gefördert werden. Zwar hatte sich der Betreiber Shell aus dem Ölfeld zurückgezogen. Übernommen wurde das Ölfeld von der Basra Oil Company.

So konnten im gestrigen Tagesverlauf die durchaus bullishen US-Wochenzahlen des DOE die Ölpreise nicht nachhaltig anheben. Die US-Rohölförderung stagniert aktuell auf hohem Niveau, wohingegen die Bestandszuwächse in Cushing nicht überraschen. Nach einer kurzen Aufwärtsbewegung verbilligten sich die Ölpreise wieder. Sodass selbst heute die Ölpreise wieder deutlich im Minus liegen. Mit dem anstehenden Weihnachtswochenende dürfte das Preisniveau auf dem jetzigen Stand bleiben und so für moderate Benzinpreise sorgen. Brent kostet im Moment 55,34 US-Dollar pro Barrel. WTI wird für 46,45 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis liegt heute bei 67,32 Euro pro 100 Liter und konnte erneut etwas günstiger werden. Grund dafür sind einmal die Rohölpreise und die sinkenden Frachtzuschläge.

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