Showdown im Iran

Die von den USA wiedereingeführten Sanktionen gegen den Iran werden ab dieser Woche auch gegen die Ölindustrie und Rohölexporte beginnen.

29.10.2018 | Robby Erkmann

Damit beginnt das Szenario wovor sich viele Experten seit Monaten fürchten. Die genauen Auswirkungen sind weiterhin nicht genau bekannt. Zwar hat der Iran in den zurückliegenden Monaten bereits sehr viel weniger Rohöl exportiert, nur ungewiss bleibt, wie stark die Exporte jetzt nochmal sinken werden. Diese Woche könnten die Ölpreise wieder anziehen, sofern die Nachrichtenlage entsprechend bullish ist. Begonnen hat die Woche mit der Meldung, dass China, überraschenderweise, die Rohölimporte aus dem Iran komplett einstellen wird. Neusten Meldungen zufolge hat die chinesische Regierung einen Importstopp verhängt, solange die Verhandlungen über eine Ausnahmegenehmigung mit den USA nicht beendet sind. Die Entwicklung ist recht neu, da China bisher wenig Bereitschaft gezeigt hatte, mit den USA zu kooperieren. Die Beziehungen beider Staaten werden aktuell durch die Strafzölle stark belastet. Dies könnte nun ein erster Schritt sein, um eine Annäherung zu vollziehen. Dies würde den Aussichten für das Wirtschaftswachstum guttun. Denn zuletzt ging man für das kommende Jahr von einem schwächeren Wirtschaftswachstum aus. Der Kommentar der chinesischen Regierung ist daher in zweierlei Hinsicht bullish. Damit kann der iranische Rohölexport um weitere 0,7 Mio. B/T einbrechen. China ist das letzte große Standbein der iranischen Ölindustrie.

Vorerst machen sich diese News nicht an den Ölbörsen bemerkbar. WTI kostet im Moment 67,27 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird zurzeit für 77,21 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Beide Werte liegen heute Morgen über 0,5 Prozent im Minus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland erreicht unterdessen immer neue Höhen. Im Bundesdurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl 90,32 Euro. Die niedrigen Pegelstände treiben den Raffinerienbetreibern weiter Sorgen ins Gesicht.

Preiserwartungen uneinheitlich

Die allgemeine Preisentwicklung in den letzten zwei Monaten geht bei den Analysten stark auseinander. Es gibt es Experten, die weiter Rohölpreise von 100 oder annähernd 100 US-Dollar pro Barrel möglich halten. Andererseits gibt es Analysten, die die Rohölpreise auf einem Niveau von etwa 80-US-Dollar pro Barrel schätzen. Die Prognosen sind schon seit Monaten uneinheitlich und zeigen, wie schwer es aktuell ist, den Ölmarkt einzuschätzen. Verbraucher und Endkunden können also damit rechnen nochmal tiefer in die Tasche zu greifen an der Tankstelle, als Anfang Oktober, als die Ölpreise auf ein Mehrjahreshoch lagen. Gleiches gilt für Heizölkunden, die weiterhin darunter leiden, dass die Flüsse so wenig Wasser führen.

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