Sommernachfrage bereits rückläufig

Die US-Bestandsdaten konnten den Ölpreisen wenig Impulse geben, auch wenn die Zahlen bullish waren. Der Raffineriedurchsatz sinkt unterdessen.

26.07.2018 | Robby Erkmann

Die aktuelle Raffinerieauslastung liegt laut den wöchentlichen Bestandsdaten bei 93,8 Prozent.  Das ist ein hohes Niveau, doch vor ein paar Wochen lag dieser Wert noch bei 97 Prozent. Die Abbauten bei Rohöl von 6,1 Mio. Barrel sind aber nicht nur auf den Raffineriedurchsatz zurückzuführen. In der Berichtswoche gingen die Importe um 9,1 Mio. Barrel zurück und die Exporte 8,6 Mio. Barrel zulegten. Die Bestandsabbauten bei Rohöl werden daher von den Importen und Exporten starkbeeinflusst, wie schon in den letzten Wochen. Das mildert den bullishen Effekt dieses Wert etwas ab. Die Produktbestände nahmen laut dem DOE nur leicht ab. Die Benzinbestände sanken um 2,3 Mio. Barrel und der Bestand der Destillate blieb fasst unverändert. Die Gesamtnachfrage ist mit 21,7 Mio. B/T allerdings auf einem hohen Niveau. Die Rohölförderung der USA blieb auf dem Rekordniveau von 11,0 Mio. B/T. Im Allgemeinen sind die Zahlen bullish zu bewerten. Großen Einfluss auf die Ölpreise konnte die Zahlen jedoch nicht generieren.

Ölexporte nach Europa eingestellt

Saudi-Arabien hat die Exporte von Rohöl Richtung Europa gestoppt. Grund ist der Angriff auf zwei saudische Öltankers in der Straße von Bab el Mandeb, die jeweils 2 Mio. Barrel Rohöl geladen hatten. Saudi-Arabien meldete, dass der Angriff von Houthi Rebellen aus dem Jemen erfolgte. Dort leisten sich der Iran und Saudi-Arabien seit geraumer Zeit einen Stellvertreter Krieg. Die Houthi Rebellen werden von dem Iran unterstützt. Einen Zeitraum für den Exportstopp nannte Saudi-Arabien nicht, denn die Situation müsste nun erstmal bewertet werden. Der Seeweg durch das Rote Meer und dem Suez Kanal ist der wichtigste Seeweg für Ölexporte Richtung Europa. Somit vermeiden die Exporteure den langen und teuren Weg über die Südspitze von Afrika zu fahren. Saudi-Arabien teilte mit, dass das passieren der Meeresenge erst wieder aufgenommen wird, wenn für die Sicherheit garantiert werden kann. Mit Versorgungsenfpässen ist nicht zu rechnen, da der Umweg über Afrika immer zur Verfügung steht. Das würde lediglich die Exporte verteuern, da die Kosten steigen.

Die beiden Referenzsorten Brent und WTI sind heute Morgen etwa einen US-Dollar teurer als gestern. An den Zielpreisen durch die OPEC und den Einschätzungen der Analysten hat sich jedoch nichts geändert. Brent kostet demnach aktuell 74,68 US-Dollar pro Barrel. WTI notiert zurzeit bei 69,53 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist derweil erneut leicht gestiegen und beträgt heute 69,31 Euro pro 100 Liter.

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