Spannungsfeld wird deutlicher

Ohne eine Lösung und Veränderungen am Markt, steuert die Rohölversorgung einer Unterversorgung entgegen, die die Händler in Atem hält.

11.09.2018 | Robby Erkmann

Nun wurde bekannt, dass Südkorea, das ein großer Abnehmer von iranischen Rohöl ist, die Importe aufgrund der US-Sanktionen komplett eingestellt hat. Im Juli konnte man durch Verkehrsdaten der Rohölfrachter die Importe auf etwa 190.000 B/T beziffern. Für den Monat August wurden die Importe aus dem Iran bereits komplett eingestellt, obwohl die Sanktionen erst am 4. November in Kraft treten. Südkorea versuche dabei weiterhin, mit den USA eine Ausnahmegenehmigung auszuhandeln. Doch die Verhandlungsposition der USA ist denkbar stark, da Südkorea auf die Schutzmacht USA angewiesen ist. Die Allianz mit den USA wird die südkoreanische Regierung, im weiterhin bestehenden Spannungsfeld mit Nordkorea, nicht aufs Spiel setzen.

Indien hingegen importiert weiterhin große Mengen iranisches Rohöl und ist nach China der zweitgrößte Abnehmer. Dabei wurden die Importmengen von Indien auch noch nicht reduziert. Derzeit steht man in Diskussion mit den USA um eine Ausnahmegenehmigung auszuhandeln. Doch die USA sind bisher nicht nachgiebig. Indiens Interesse an iranischen Rohöls ist hoch, da es billiger ist, als alternative Sorten und die Raffinerien auf die Qualitätsnormen eingestellt sind. Somit liegt Indiens Vorhaben eine Umstellung hinauszuzögern, größtenteils an wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Nächster Hurrikan macht Sorge

Der Hurrikan Florence hat unterdessen die Stärke 4 erreicht und kann noch die höchste Kategorie 5 erreichen. Meteorologen schließen bisher aus, dass der Hurrikan in den Golf von Mexico zieht. Dort würde er die Rohölförderung auf den Ölplattformen stark beeinträchtigen. Die aktuellen Vorhersagen erwarten, dass der Hurrikan das Festland bei North Carolina trifft. Dort liegt im Hinterland die Colonial Pipeline, die entlang der Ostküste für den Transport der Ölprodukte aus den Raffinerien sorgt. Eine Beschädigung hätte großen Einfluss auf die Produktion der Raffinerien. Inwiefern Raffinerien beschädigt werden könnten, sofern der Kurs des Hurrikans abweicht ist ungewiss. Klar ist nur, dass die Ölnachfrage dadurch erst steigt, da Hamsterkäufe getätigt werden und im Nachhinein dann sinkt.

Die Rohölpreise sind daher heute Morgen wieder im Plus. WTI kostet aktuell 67,69 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent notiert bei 77,84 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis ist auf hohem Niveau wieder angestiegen. Im Bundesdurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl heute 77,80 Euro. Insbesondere im Süden Deutschlands bleiben die Heizölpreise infolge der Explosion in der Raffinerie von Bayernoil sehr hoch.

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