Steht ein Militärschlag bevor?

Der Markt beobachtet aktuell die Reaktionen und Handlungen der US-Regierung ganz genau. Ein hartes Eingreifen kann die Preise noch mehr stützen.

11.04.2018 | Robby Erkmann

Eine baldige Reaktion der US wird mit einer Meldung von Eurocontrol sehr wahrscheinlich. Die europäische Organisation für Luftsicherung warnte am gestrigen Abend, dass es in nächsten 72 Stunden zu Störungen bei Navigationsgeräten kommen könnte. Grund dafür sei die Nutzung von Luft-Boden Raketen oder Cruise Missiles. Damit steigt die Risikoprämie bei den Ölpreisen erneut an, was die Ölpreise während des gestrigen Tages nach oben katapultierte. Syrien selbst ist kein nennenswerter Ölproduzent, doch die im Konflikt involvierten Staaten, wie Russland und Iran, sind Bigplayer am Ölmarkt. Russland und Iran unterstützen beide das Assad Regime. Gleichzeitig überlegen die USA weiterhin, ob der Iran wieder mit Wirtschaftssanktionen belegt wird, die auch die Ölindustrie treffen würde.

Der mittlere und nahe Osten bleibt ein Pulverfass und wird wohl auch dieses Jahr nicht zur Ruhe kommen, sodass mit Verwerfungen an den Ölbörsen weiterhin zu rechnen ist. Die aktuelle sich zuspitzende geopolitische Lage, hat den Preis für ein Barrel Brent gestern über die 70 US-Dollar Marke gehoben. Der Ölpreis ist daher aktuell geprägt von politischen Ereignissen.

Saudi-Arabien bleibt konsequent

Die seit Januar 2017 bestehenden Förderkürzungen des OPEC-Kartells sorgen weiter für abnehmenden Rohölbestände. Das neue Ziel, die weltweiten Bestände auf den 5-Jahresdurchschnitt zu drücken, dürfte wohl in den nächsten drei Monaten erreicht werden. Als Musterbeispiel und Antreiber ist Saudi-Arabien weiterhin sehr aktiv bemüht, über die vereinbarten Kürzungen hinaus, Rohöl vom Markt zu nehmen. Das nun auch Saudi-Arabien einen Preis von 80 US-Dollar pro Barrel präferiert, stützt die Preise, zu den geopolitischen Spannungen zusätzlich. Die saudischen Rohölexporte werden, laut neusten Meldungen, bei deutlich unter 7 Mio. B/T bleiben. Die steigende Sommernachfrage würde höhere Absatzmengen zulassen, doch die Regierung will so das Ziel des OPEC-Kartells schneller erreichen. Der bevorstehende Börsengang von Saudi-Aramco im nächsten Jahr, dürfte auch dafür verantwortlich sein, dass Saudi-Arabien nun Preise von 80 US-Dollar bevorzugt, denn dieses Preisniveau ermöglicht einen höheren Verkaufserlös der Anteile.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat, wie die Ölpreise zugelegt und liegt heute bei 64,61 Euro pro 100 Liter. Die Rohölpreise für WTI und Brent liegen heute Morgen unter den Eröffnungskursen, sind aber aufgrund der gestrigen Rallye auf hohem Niveau. WTI kostet pro Barrel 65,20 US-Dollar und Brent notiert aktuell bei 70,64 US-Dollar pro Barrel.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation