Strafzölle halten Markt in Aufruhe

Gestern sind die Ölpreise unter die 21-Tagelinie gerutscht und lösten technische Verkäufe aus. Erst die US-Bestandszahlen konnten beruhigen.

05.04.2018 | Robby Erkmann

Die USA haben eine neue Liste vorgelegt, wo die Waren aufgeführt sind, die demnächst mit Strafzöllen von 25 Prozent belegt werden sollen. Der Gesamtwert der betroffenen Waren beläuft sich auf 50 Milliarden US-Dollar. Kurz darauf gab es dazu eine neue Mitteilung aus China. Die Regierung kündigte an, 106 Waren aus den USA, ebenfalls mit Handelszöllen zu belegen. Dabei teilte der chinesische Botschafter mit, dass damit in etwa das gleiche Handelsvolumen betroffen sei.

Damit wird die Befürchtung von Experten wohl wahr und beide Staaten geraten in einem Handelskrieg, von denen niemand so wirklich zu profitieren scheint. So gaben nach diesen Meldungen die Rohstoff-Futures nach, zu denen auch die Ölfutures gehören. Der Markt hat weiterhin Angst, dass das Ölnachfragewachstum durch einen Handelskrieg geschwächt wird und damit die Überversorgung stärker zunimmt, als ohnehin befürchtet. Aufgrund dessen fiel der Preis für WTI und Brent auf ein Zwei-Wochentief. Der Konflikt birgt allerdings noch ein weiteres Risiko. China ist der größte Abnehmer von Rohöl aus den USA. Deshalb warnte die chinesische Regierung, dass bei weiteren Strafzöllen durch die USA, auch der Energiesektor massiv von Strafzöllen betroffen sei. Schon auf der aktuellen Liste stehen Propan und andere petrochemische Exportgüter aus den USA.

DOE-Daten retten Handelstag

Durch die am späten Nachmittag veröffentlichten US-Bestandszahlen konnten weitere Verluste vermieden werden. Wieder einmal konnten die wöchentlichen Zahlen überzeugen, wie schon sehr oft im laufenden Jahr. So meldete das DOE Rohölabbauten über 4,6 Mio. Barrel und übertraf damit den API-Wert über 3,3 Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung ist mit 93 Prozent sehr hoch, wird aber begünstigt durch die saisonal stattfindenden Wartungsarbeiten. Gleichzeitig unterstützten die Im- und Exporte den Bestandsabbau bei Rohöl. Die Importe sanken um 1,8 Mio. Barrel und Exporte stiegen um 4,2 Mio. Barrel.  Damit erreichten die wöchentlichen Rohölexporte einen neuen Rekordwert mit 2,175 Mio. B/T.

Die Destillatbestände werden jetzt, wo die Heizsaison zu Ende geht weniger kritisch beobachtet, weshalb der Aufbau über 0,5 Mio. Barrel vernachlässigt wird. Erfreulich war, dass die Benzinbestände um 1,1 Mio. Barrel gesunken sind, die nun langsam immer mehr in den Fokus der Marktteilnehmer rücken. Ebenfalls stützend war die weiterhin hohe Gesamtnachfrage nach Ölprodukten über 21,2 Mio. B/T. Dass die US-Rohölförderung um 27.000 B/T gestiegen ist überrascht nicht, sodass die bullishen Elemente klar überwiegen.

WTI kostet aktuell pro Barrel 63,65 US-Dollar und die Nordseesorte Brent notiert augenblicklich bei 68,36 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte liegen heute Morgen leicht im Plus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist heute wieder etwas tiefer, als gestern. Für 100 Liter Heizöl wird im Bundesdurchschnitt 63,70 Euro bezahlt.

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