Streit eskaliert weiter

Der Handelsstreit zwischen den USA und China droht eine weitere Eskalationsstufe, wenn man den Worten des US-Präsidenten Glauben schenkt.

06.04.2018 | Robby Erkmann

Präsident Trump geht weiter in die Offensive und sorgt mit neuen Kommentaren für eine noch größere Verunsicherung am Markt. Handelsvertreter hatten zuletzt betont, dass die umgesetzten Strafzölle über 50 Mrd. US-Dollar erst in einigen Monaten ihre Wirkung zeigen würden, sodass bis dahin noch einige Zeit wäre, um eine gütliche Einigung zu erzielen. Das beruhigte ein wenig den Markt, doch Trump sorgte nun für erneute Unsicherheiten. So erklärte er, dass die USA die Strafzölle ausweiten, sofern sich China weiter mit Gegenzöllen verteidigen wird. Die aktuellen Maßnahmen Pekings sind laut Trump unfair. Daher werden weitere Maßnahmen seitens der USA folgen, wenn China die Strafzölle wirklich umsetzten wird. Das neue Volumen soll dann Importwaren aus China im Wert von etwa 100 Mrd. US-Dollar treffen.

Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt bereiten daher dem weltweiten Wirtschaftswachstum sorge. China wird wohl kaum nachgeben und sich von den USA vorführen lassen, andererseits ist Trump für eine harte und unberechenbare Art bekannt. Die chinesische Regierung hat dabei noch ein Ass im Ärmel. China ist der größte Abnehmer von Rohöl aus den USA. Letztes Jahr wurde durchschnittlich 435.000 B/T Rohöl aus den USA importiert. Strafzölle gegen die Ölindustrie würden diesen wichtigen Sektor in den USA hart treffen. Neue Kunden zu finden würden den USA wohl schwer fallen, wohingegen China könnte wohl mit Leichtigkeit neue Zulieferer finden würde.

Neue Hurrikansaison

Die Meteorologen der Colorado State University haben einen Bericht zu anstehenden Hurrikansaison veröffentlicht. Die Hurrikansaison im letzten Jahr hatte für viele Verwüstungen und für große Auswirkungen auf den Ölmarkt gesorgt. Diese beginnt zwar erst am 1. Juni, doch ist der Bericht wenig positiv. So sagen die Experten eine überdurchschnittliche Aktivität voraus. Insgesamt solle es etwa 14 Stürme geben, wovon zwei zum Tropensturm werden sollen und 7 die Hurrikanstärke erreichen.  Wie stark der Ölsektor betroffen ist bleibt ungewiss, üblicherweise sind aber Ölplattformen im Golf von Mexiko betroffen, sowie Raffinerien an der US-Ostküste.

Die Ölpreise bleiben auch heute sehr volatil, wie schon seit Beginn der kurzen Handelswoche. Brent und WTI liegen aktuell etwa 1 Prozent niedriger. Die Nordseesorte Brent kostet aktuell 67,77 US-Dollar pro Barrel. Das Barrel WTI wird zurzeit für 63,03 US-Dollar gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat dagegen nicht nachgelassen. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 63,80 Euro.

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