Strukturelle Probleme in den USA

Die USA gelten zwar weiterhin als Hoffnungsfaktor, wenn es um den Ausbau der Rohölförderung geht. Doch einige Probleme bleiben ungelöst.

16.05.2018 | Robby Erkmann

Die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen hatte Baker Hughes, Anfang dieser Woche, erneut höher angegeben. Demnach stieg die Anzahl der aktiven Anlagen um 10, auf insgesamt 844 Stück. So hoch war der Stand seit März 2015 nicht mehr. Betrachtet man die letzten Monate so nahm die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen in 14 von 16 Wochen zu. Im Durchschnitt stieg de Suche nach neuen Rohölquellen um 6 Stück an. Alles scheint darauf ausgerichtet zu sein, dass die US-Rohölförderung massiv wachsen kann. Die EIA schätzt die US-Schieferölindustrie für Mai auf 7,03 Mio. B/T und hat damit die Prognose angehoben. Schon für Juni gibt die EIA an, dass die Förderung um weitere 144.000 B/T zulegen soll. Das würde dann wahrscheinlich ein neuer Rekordmonat für die USA werden. Ein anderer Rekordwert wurde unterdessen erreicht. Die Anzahl der angebohrten aber nicht fertig erschlossenen Ölquellen lag im April bei 7.677 Ölquellen, was ein neues Rekordniveau darstellt. Im Monat März lag dieser Wert noch um 55 angebohrte Ölquellen niedriger. Demnach könnte die US-Rohölförderung weiter rasant wachsen.

Doch die Hausaufgaben der USA sind nicht in allen Bereichen erledigt worden. Das rasante Wachstum in den Schieferölgebieten kann von der Infrastruktur kaum bewältigt werden. Das Problem in der Vergangenheit war, dass Pipelineprojekte zu langsam oder gar nicht vorangetrieben wurden. So kam es bei den Genehmigungsverfahren und dem Bau zu massiven Verzögerungen, die nun nicht mehr aufgeholt werden können. Die Schere zwischen Rohölförderwachstum und Transportwachstum des Pipelinesystems geht daher immer weiter auseinander. Daher ist die Verfügbarkeit des gewonnen Rohöls aus den Schieferölgebieten ein Belastungsfaktor für den internationalen Markt. Experten werden die Situation sicherlich genau beobachten. Einen bullishen Einfluss auf die Rohölpreise hat diese Verknappung der Versorgungssituation.

Nordkorea stützt Risikoprämie

Zuletzt standen die Zeichen deutlich auf Entspannung im andauernden Konflikt von Südkorea und Nordkorea. So machte Nordkorea Hoffnung darauf, sein Atomwaffentestgelände zu zerstören, um den Westen zu zeigen, dass man bereit sei, das Atomwaffenprogramm einzustellen. Nun hat Nordkorea ein Treffen mit Südkorea abgesagt. Grund sei ein Militärmanöver von Südkorea mit den USA. Diese Provokation wolle man nicht hinnehmen. Ein geplantes Treffen mit dem US-Präsident ist ebenfalls auf der Kippe. Nordkorea betonte, dass man nicht an einem Treffen interessiert sei, wo es nur um die Denuklearisierung gehe. Erneute Spannungen sorgen dafür, dass die Risikoprämien am Markt bestehen bleiben oder ausgebaut werden. Zuletzt hofften Marktteilnehmer, dass diese in Zukunft reduziert werden könnten. Geopolitisch bleibt die weltweite Lage sehr unsicher und hält damit die Rohölpreise an den Börsen auf Trapp.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland beträgt heute71,27 Euro pro 100 Liter und ist damit auf ein neues diesjähriges Rekordhoch geklettert. WTI kostet im Moment 70,99 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent liegt aktuell bei 78,06 US-Dollar pro Barrel.

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