Syrienkonflikt sorgt für Angst

Die Rohölpreise sind gestern auf ein neues Dreijahreshoch geklettert. Grund dafür ist der raue Ton zwischen den Atommächten Russland und den USA.

12.04.2018 | Robby Erkmann

Es bleibt dabei, dass US-Präsident Trump seine Ankündigung wahr macht und sich im Syrienkonflikt einschalten wird. Dort gab es wohl vor kurzem wieder einen Giftgasangriff des syrischen Militärs, gegen das eigene Volk. Trump meldete via Twitter, „Russland macht dich bereit“, mit der Ankündigung, dass Raketen kommen werden. Russland reagierte mit einer Gegenmeldung, dass die Raketen abgeschossen werden würden und die Abschussvorrichtungen, von denen sie stammen, würden attackiert werden. Gleichzeitig verwies Russland darauf, dass die USA Terroristen treffen sollten und nicht die Einrichtungen einer legitim gewählten syrischen Regierung.

Die Lage spitzt sich weiter zu, sodass der Markt die Risikoprämie weiter erhöht. Syrien selbst fördert aktuell nur etwa 25.000 B/T Rohöl. Vor dem Bürgerkrieg fördere das Land noch etwa 400.000 B/T. Der Markt fürchtet daher nicht den Einbruch der syrischen Ölindustrie. Vielmehr ist es das Risiko, dass die zwei Supermächte USA und Russland, gleichzeitig die beiden größten Ölproduzenten der Welt sind. Wie sich ein Konflikt auf die Ölförderung auswirken würde, kann aktuell nicht abgeschätzt werden, doch der Markt befürchtet sehr große Verwerfungen an den Börsen.

Geopolitische Krisen geben Takt vor

Der Konflikt zwischen Russland, Syrien und den USA ist nicht der einzige, der die Ölpreise nach oben treibt. Der Stellvertreterkrieg im Jemen, wo sich der Iran und Saudi-Arabien gegenüber stehen ist immer noch nicht gelöst. Letztens feuerten Huthi Rebellen wieder eine Rakete auf die saudische Hauptstadt, die wieder abgefangen werden konnte. Gleichzeitig hat der Iran weiterhin Probleme mit den USA. Diese wollen neue Sanktionen gegen die iranische Wirtschaft verhängen und das Atomabkommen aufkündigen. Probleme gibt es dagegen auch in Südamerika. Die Wirtschaftskrise in Venezuela ist längst nicht ausgestanden und die Rohölförderung ist weiterhin rückläufig. Ein totaler Kollaps kann aktuell nicht ausgeschlossen werden. Auch hier drohen die USA mit Sanktionen.

Trotz dieser Konflikte hat sich die Verfügbarkeit von physischen Öl nicht verändert. Das heißt das Ölangebot ist, ausgenommen von Venezuela, nicht signifikant zurück gegangen. Dennoch wetten Trader aktuell auf steigende Preise. Auch am heutigen Morgen kennen die Rohölnotierungen nur eine Richtung. WTI kostet heute so viel wie seit Dezember 2014 nicht mehr. Ein Barrel der Sorte WTI kostet daher 67,18 US-Dollar. Die Sorte Brent notiert aktuell bei 72,27 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis macht, angesichts der Rallye an den Ölbörsen, ebenfalls einen starken Sprung nach oben. Mit 66,15 Euro pro 100 Liter Heizöl ist zudem ein neues Jahreshoch erreicht worden.

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