Trump übt weiter Druck aus

US-Präsident Trump hat per Twitter wieder die hohen Ölpreise kritisiert. Das hat er schonmal getan, infolgedessen die OPEC Korrekturen vorgenommen hat.

21.09.2018 | Robby Erkmann

Präsident Trump ist an dieser Situation selber schuld. Denn schließlich hat er das Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt und neue Wirtschaftssanktionen verhängt. Diese Sanktionen sorgen dafür, dass die Ölexporte des Irans schon jetzt drastisch gefallen sind. Die knappere Ölversorgung treibt nun die Ölpreise in die Höhe. Das passt Trump gar nicht, denn die Verbraucher in den USA müssen nun tiefer in die Tasche greifen. Daher setzt er nochmals einen Tweet ab, wie schon im Juni dieses Jahres. Darin forderte er die erneut OPEC auf die Preise zu senken und verwies darauf, dass die USA die Staaten im Nahen Osten beschützen. Denn ohne den Schutz der USA wären die Staaten nicht sicher, so Trump. Die Ölpreise reagierten auf den Tweet und gaben leicht nach.

Doch die OPEC ist aktuell nicht in der Lage die Ölförderung nach oben zu schrauben. Für eine höhere Ölförderung ist ein einstimmiger Beschluss notwendig, der nur auf der OPEC-Vollversammlung gefasst werden kann. Der nächste Termin für die Vollversammlung ist im Dezember. Ob die OPEC solange nur zuschaut oder auch ohne offiziellen Beschluss handelt bleibt offen. Auf dem treffen des JMMC am Wochenende kann zumindest kein Beschluss fallen. Das Treffen dient nur zur Überwachung der Einhaltung der Förderkürzungen. Außerdem soll über die Verteilung der Förderanhebung gesprochen werden, doch das Thema erübrigt sich. Denn mit dem Beschluss aus Juni haben die beteiligten Länder bereits eigenmächtig die Ölförderung angehoben und so die zusätzlich beschlossene Fördermenge von 1,0 Mio. B/T im Juni bereits in die Ölproduktion integriert. Es gibt also nichts mehr zu verteilen und eine erneute Umverteilung der Fördermengen ist sehr unwahrscheinlich. Inwieweit auf den Tweet von US-Präsident eigegangen wird bleibt offen.

Markt muss mit Ungewissheit leben

Auf eine schnelle Entspannung der Lage deutet aktuell nichts hin. Das Gegenteil ist der Fall. Auf dem JMMC Treffen am Wochenende kündigte der iranische Ölminister an, dass er sich gegen jede Entscheidung aussprechen werde, die dem Iran schaden könnte. Außerdem verwies er deutlich darauf, dass Entscheidungen zur Produktionspolitik null und nichtig sind, da diese erst im Dezember diskutiert werden können. Eine mögliche Reaktion auf die Exporte des Irans verschob OPEC-Präsident ebenfalls auf den Dezember, mit Verweis darauf, dass am 3. Dezember die OPEC-Vollversammlung in Wien zusammen kommt. Damit bleibt die Marktsituation vorerst konstant und Preisschwankungen bleiben stark abhängig von unvorhergesehenen Ereignissen, die die Rohölförderung betreffen.

Die Ölpreise bleiben heute nahe der derzeitig vorherrschenden  oberen Handelspanne. WTI kostet pro Barrel im Augenblick 70,45 US-Dollar. Die Nordseesorte Brent notiert aktuell bei 78,99 US-Dollar pro Barrel Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland beträgt heute 76,14 Euro pro 100 Liter und bleibt damit im wesentliche unverändert zu gestern.

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