Uneinheitliches Preisziel

Das OPEC-Kartell hatte mit den Förderkürzungen, die Stabilisierung und Erhöhung der Rohölpreise zum Ziel. Doch die Preisvorstellung variieren teilweise.

12.03.2018 | Robby Erkmann

Der iranische Ölminister veröffentlichte am Wochenende eine Mitteilung über die Preiserwartungen an den Ölbörsen. Demnach müsse die OPEC ein Preisziel von 60 US-Dollar pro Barrel anvisieren. Die aktuellen Preise liegen etwa 10 Prozent über diesem Niveau, bei ungefähr 65,00 US-Dollar pro Barrel. Grund für diese Einschätzung des iranischen Ölministers, ist die Vermeidung einer noch stärker wachsenden US-Ölindustrie bei höheren Preisen. Hierdurch würde lediglich das Risiko für ein neuerliches Ungleichgewicht am Markt verstärkt werden.

Die Preisvorstellung von Saudi-Arabien, dem größten OPEC Produzent liegt wohl etwas höher. Es existiert zwar kein offizielles Preisniveau, doch die 70 US-Dollar Marke war in der Vergangenheit oftmals das anvisierte Ziel. Saudi-Arabien benötigt diese Preise wohl, um die hohen Staatsausgaben und den Strukturwandel zu finanzieren, sowie aufgrund des geplanten Börsenganges des Staatskonzerns Saudi Aramco. Denn ein höherer Preis lässt den Staatskonzern wirtschaftlich besser dastehen, wodurch dann ein höherer Preis der Anteile beim Börsengang generiert werden kann.

Egal wie die Preise sich entwickeln werden oder sollen, die US-Schieferölindustrie hatte schon in der Vergangenheit bewiesen, dass sie auf Marktveränderungen sehr spontan reagieren kann. Das bleibt bei der Ausrichtung der Förderkürzungen durch die OPEC ein Problem. Ähnlich sehen das die Experten von Rystad Energy. Bei Preisen oberhalb von 70 US-Dollar pro Barrel, würde das US-Förderwachstum wahrscheinlich um 600.000 B/T höher ausfallen, gegenüber einem Preisniveau von 60 US-Dollar, so die Analysten. Damit bleibt der Rohölmarkt weiterhin sehr undurchsichtig. Auf der einen Seite agiert die OPEC mit dem Förderabkommen, um die Preise zu stabilisieren und auf der Gegenseite die USA und andere Staaten, die ihre Förderkapazitäten erweitern.

Märkte hoffen auf Gipfeltreffen

Die Preise an den Börsen für Rohöl beinhalten aktuell Risikoaufschläge, für den Konflikt zwischen dem nordkoreanischen Regime und den USA. In den letzten Monaten kam es immer wieder zu neuen Provokationen verbaler Art, aber auch durch Raketentest von Nordkorea. Die vor kurzem angehaltenen Olympischen Spiele in Südkorea gaben dann Anlass für eine neue Entspannung. So soll Kim Jong Un, der nordkoreanische Machthaber in Gesprächen angedeutet haben, dass man bereit sei über eine Denuklearisierung zu sprechen, sofern es keine Absichten gebe, das Regime von außen zu stürzen. Anberaumt sei nun ein Gipfeltreffen zwischen den USA und Nordkorea bis Mai dieses Jahres, um mögliche Szenarien durchzusprechen, wie der Konflikt gelöst werden könne. Schien es in den vergangenen Monaten eher so, dass ein militärischer Konflikt bevorstünde, ist ein ernsthaftes Risiko für den Markt erstmals beendet.

Der Preis für ein Barrel WTI beträgt aktuell 61,77 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent kostet im Augenblick 65,12 US-Dollar pro Barrel. Beide Werte notieren heute Früh etwa ein halbes Prozent niedriger. 100 Liter Heizöl kosten im bundesweiten Durchschnitt am heutigen Tage 60,99 Euro.

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