Unsicherheiten unverändert hoch

Die Rohölpreise steigen nicht, doch die Verunsicherung bei Experten ist groß. Wie genau es ab November aussieht wissen auch Analysten nicht.

17.10.2018 | Robby Erkmann

Zuletzt berichtete die OPEC, dass sie den Ölmarkt als ausriechend versorgt ansieht und daher vorerst keine Handlungsnotwendigkeit sieht, die Preise zu stabilisieren. Von der IEA bekam die OPEC nun Rückendeckung, da das Wirtschaftswachstum nach unten korrigiert wurde, rechnen viele mit einer vorläufigen Entspannung. Doch am Markt herrscht weiter viel Unruhe, denn die Tonlage zwischen Saudi-Arabien und den USA ist nach dem Verschwinden des Journalisten sehr rau geworden. Doch   beide Staaten pflegen seit Trump gute Beziehungen zueinander, auch weil die USA das saudische Königreich als Sicherheitspartner im Nahen Osten ansehen. Der amerikanische Außenminister Pompeo hat bei einem Treffen in Riad, die Tonlage wieder deutlich besänftigt und dankte der saudischen Regierung für die Hilfe bei der Aufklärung.

So haben beide Staaten mit dem Iran einen gemeinsamen Feind. Saudi-Arabien dürften die neuen Sanktionen gegen dem Iran wohlgesonnen gegenüberstehen, da man schon bei den Rohölexporten profitiert. Ab November wird dann auch die iranische Rohölindustrie sanktioniert werden. Bislang konnte man die Rohölpreise moderat halten, doch im Oktober sind die Ölexporte aus dem Iran weiter gefallen. Sorge macht, dass weitere Ausfälle von Staaten wie Venezuela, Nigeria oder Libyen daher kaum aufgefangen werden können, da die Reservekapazitäten sehr gering sind. So bleiben die Marktteilnehmer weiter angespannt, denn in der Vergangenheit war es in den besagten Ländern immer wieder zu einem Abfall der Rohölförderung gekommen, zumal die Rohölförderung in Venezuela kontinuierlich sinkt.

Pegelstände am Rhein stützen Preise

Der niedrige Wasserstand im Rhein macht der Schifffahrt weiter stark zu schaffen. Somit kommen auch inländische Faktoren hinzu und treffen Verbraucher von Rohöl. Generell ist der Heizölpreis an den ölpriesen gekoppelt und daher abhängig von der geopolitischen Situation, doch der extrem trockene Sommer und die anhaltenden hohen Temperaturen drücken die Pegelstände weiter nach unten. Die Schiffe können deswegen nicht voll beladen werden und die Transportkosten steigen an.

Dieser Preisaufschlag wird an die Kunden weitergegeben, die aktuell im Durchschnitt 81,02 Euro pro 100 Liter Heizöl zahlen müssen. Die Heizölpreise haben daher noch moderat nachgelassen. Ohne nennenswerte Unterschiede stehen die Rohölpreise heute Morgen dar. WTI wird für 72,00 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Die Nordseesorte Brent liegt aktuell bei 81,50 US-Dollar pro Barrel. Das Preisniveau liegt demnach in dem Bereich, wo die OPEC-Staaten die Rohölpreise gerne sehen würden. Größere Änderungen sind daher kurzfristig zwar möglich, mittelfristig dürften dieses Preisniveau aber anvisiert bleiben.

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