Unzufriedenheit wächst

Saudi-Arabien und Russland steigern die Produktion deutlich, wohingegen Venezuela, Irak und der Iran gegen die aktuellen Maßnahmen sind.

13.06.2018 | Robby Erkmann

Kritisiert wird, dass die Handlungen von den beiden größten Ölförderern innerhalb der OPEC ohne Rücksprache getätigt werden. Denn eine Erhöhung der allgemeinen Produktionsgrenzen kann auf der OPEC Vollversammlung am 22. Juni normalerweise nur einstimmig beschlossen werden. Insofern ist es notwendig, dass alle Mitglieder an einen Strang ziehen. Von einer Erhöhung der Produktionsgrenzen würden diese Länder nur schwer profitieren können. Venezuela ist wirtschaftlich nicht in der Lage seine Produktion zu erhöhen, ebenso wie der Iran, da beide Länder durch Sanktionen stark gebeutelt sind. Ebenfalls Probleme hat wohl der Irak, der zumindest immer Interesse hatte seine Förderkapazität zu erhöhen, falls die Ölproduktion erhöht werden könnte. Nun gibt allerdings Probleme diese Anlagen hochzufahren.

Der OPEC-Monatsbericht war gestern ohne große Auswirkung auf die Ölpreise. Die OPEC hatte keine Anpassungen an der Ölnachfrage, sowie an dem Ölnachfragewachstum vorgenommen. Es besteht aber weiterhin die Befürchtung, dass das weltweite Wirtschaftswachstum ins Stocken gerät. Grund dafür ist weiterhin der hohe Rohölpreis, der die Nachfrager dazu veranlassen könnte, nach anderen Energieträgern zu suchen. Laut OPEC wird die Produktionssteigerung der Länder außerhalb der OPEC, wie Brasilien, Kanada oder die USA stärker ausfallen, als bisher angenommen. Diese Tendenz dürfte mit dem Ziel der OPEC übereinstimmen, die weltweite Versorgung mit Rohöl zu verbessern, damit der Ölpreis weiter sinkt. Doch ob am 22. Juni der erste große Schritt gemacht wird, bleibt unklar. Die OPEC-Staaten sollten sind sich bisher nicht einig, wie vorgegangen werden soll. Saudi-Arabien und Russland müssen wohl mehr Überzeugungsarbeit leisten.

Neuer Konkurrent am Markt

Exxon Mobil hat damit begonnen, in Guynea Ölquellen zu erschließen. Guynea liegt in Südamerika und ist ein kleiner Staat mit 750.000 Einwohnern, der bisher keine Öl- oder Gasförderung getätigt hat. Exxon Mobil hat nun das Projekt Liza 1 begonnen, bei dem 17 Ölquellen mit großen Rohölvorkommen angebohrt werden sollen. Mit diesen Quellen wird die Ölförderung über 500.000 B/T erreichen können. Schon 2020 soll das erste Rohöl fließen und den Markt versorgen können. Langfristig soll die Rohölförderung bis 2027 weiter ausgebaut werden. Inwieweit die Projekte erfolgreich verlaufen, hängt auch von der Infrastruktur ab, die aufgebaut werden muss. Ein Kommentar der OPEC gibt es zu dieser neuen Entwicklung bisher nicht.

Die heutigen Rohölpreise an der Börse sind wenig verändert. Brent kostet im Moment 75,63 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte kostet heute Morgen 66,02 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 70,01 Euro pro 100 Liter und ist im Vergleich zu gestern damit leicht gestiegen.

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