US-Notenbank belastet die Preisaussicht

Die gestrige Ausgangslage war vorerst leicht bullish eingestuft, bevor der neue Notenbankchef Jerome Powell die Preise auf Talfahrt schickte.

28.02.2018 | Robby Erkmann

Im Zuge dessen, wurden die Futures an ICE und NYMEX um etwa einen US-Dollar billiger. Grund für diese Entwicklung war ein Statement des aktuellen US-Notenbankchefs Jerome Powell über die Zinsentwicklung in den USA für das laufende Jahr. Laut Aussage von Powell werde die Notenbank an ihrem Plan festhalten, drei Zinsanhebungen in 2018 durchzuführen. Gleichzeitig betonte er, dass der Ausblick wesentlich besser ist, als bei Bekanntgabe angenommen worden war. Bevor weitere Entscheidungen getroffen werden, würde die Notenbank das FOMC-Meeting im März abwarten wollen. Der Markt interpretierte diese Aussage so, dass die Marktsituation aktuell so gut sei, dass drei Zinsanhebungen mindestens durchgeführt werden und eventuell sogar noch eine weitere hinzukommen könnte. Händler hofften eher, dass das Geld weiter billig bleibt und die Notenbank unter Umständen eine Zinsanhebung weniger durchführen würde.

Doch was bedeutet diese Entwicklung für den Ölpreis. Sofern die Zinsen teurer werden, heißt das, dass die US-Banken mehr Geld bezahlen müssen um sich von der Notenbank Geld zu leihen. Diesen Preiseffekt geben die Banken an die Kunden weiter, indem die Zinsen für Kredite teurer werden. Dadurch wird weniger Geld durch die Wirtschaft und den Konsumenten nachgefragt, sodass weniger US-Dollar in den Geldkreislauf gelangen. Vergleicht man dann das Verhältnis des US-Dollars zu anderen Währungen wird dieser knapper, weil die Geldmenge langsamer wächst. Daher verteuert sich der US-Dollar im Vergleich zu anderen Währungen und die Preise für in US-Dollar gehandelte Güter steigen an, hierzu gehört dann auch das in US-Dollar gehandelte Rohöl.

Ein weiterer Effekt, der die Händler vorsichtiger werden lässt, ist die dann mögliche geringere Investitionsbereitschaft. Denn weniger Kredite lassen weniger Spielraum für Wachstum zu, was wiederrum das Wirtschaftswachstum negativ beeinflusst. Damit würden dann auch die Aktienmärkte betroffen sein, die als Indikator dienen, das Wirtschaftswachstum zu prognostizieren und das Nachfragewachstum für Rohöl vorherzusagen. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die Ölpreise aktuell stark mit den Aktienmärkten korrelieren. Die aktuelle Markteinschätzung der US-Notenbank hat demnach einen überaus bearishen Einfluss auf die Preise. Im Zuge der von Experten vorhergesagten Überversorgung ab April, kann es daher zu einem starken Rohölpreisverfall kommen.

Die Ölpreisnotierungen heute Morgen haben sich erstmals wieder beruhigt. WTI kostet im Moment 62,86 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent kostet 66,57 US-Dollar pro Barrel. Beide werte liegen aktuell leicht im Plus. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist im Vergleich zu gestern kaum verändert. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Bundesdurchschnitt 62,85 Euro.

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