US-Zahlen belasten die Ölpreise

Die Grundstimmung an den Ölbörsen ist weiter vermehrt bearish. Um den entgegen zu wirken, bringt die OPEC für nächstes Jahr Förderkürzungen ins Spiel.

08.11.2018 | Robby Erkmann

Für die US-Rohölvorräte wurden von Experten Aufbauten vorhergesagt. Doch die Meldung des DOE übertrafen die Zahlen deutlich. Gerechnet worden war mit Aufbauten von 1,8 Mio. Barrel, letztendlich stiegen die Rohölbestände bar um 5,8 Mio. Barrel. Die Zahlen sind umso belastender, da die Rohölverarbeitung der US-Raffinerien gestiegen ist, denn die Wartungsarbeiten werden nach und nach beendet. Unterstützt wurde der Bestandsanstieg von höheren Importen, die um 1,4 Mio. Barrel höher lagen. Dazu meldete das DOE einen neuen Rekord bei der US-Rohölförderung. Diese ist um 0,4 Mio. B/T gestiegen und liegt nun bei 11,6 Mio. B/T. Damit ist die US-Ölförderung so hoch wie noch nie. Die Nachfrage nach Ölprodukten blieb mit 20,4 Mio. B/T in den USA auf hohem Niveau, auch wenn diese gesunken ist. Der Bestand bei den Destillaten ist um 3,5 Mio. Barrel gesunken, wohingegen die Benzinbestände um 1,9 Mio. Barrel gestiegen sind.

Damit sind die US-Zahlen klar bearish. Eine neue Rekordförderung in Verbindung mit steigenden Beständen und einer leichten Nachfragereduzierung gestalten die Gesamtsituation am Markt noch bearisher. Rohöl ist daher auf dem Preisniveau der letzten Tage geblieben. Zwar kosten Brent und WTI heute Morgen etwa 1,0 Prozent mehr, als bei Eröffnung, doch die Preise liegen dennoch klar am unteren Ende der Handelsspanne. Brent notiert bei 72,71 US-Dollar pro Barrel. WTI kostet aktuell 62,20 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 88,63 Euro pro 100 Liter und hat sich wiedermal kaum verändert.

Kommen strengere Kürzungen?

Russland spricht sich aktuell für neue Kürzungen aus, angesichts der guten Versorgungslage und der angeschlagenen Ölpreise. Am Sonntag treffen sich OPEC-Vertreter und Vertreter anderer Ölförderländer in Abu Dhabi um über die Einhaltung der Förderkürzungen zu sprechen. Eine höhere Kürzung müssen Marktteilnehmer dort nicht befürchten, denn das treffen des JMMC dient grundlegend nur zur Analyse des Marktes und zur Überwachung der Einhaltung. Allerdings ist das nächste OPEC-Treffen am 6.12 in Wien, bei dem es grundsätzlich zu einer Neuausrichtung kommen kann. Es wäre wohl von Vorteil, wenn die Ölpreise stabil bleiben würden, um die Argumente für weitere Kürzungen nicht zu verstärken.

Die Reaktionen der OPEC und Nicht-OPEC Staaten ist nicht unbegründet. So ist die US-Schieferölindustrie überraschend stark gestiegen und die USA fördern ein neues Rekordniveau. Außerdem hat die EIA für das kommende Jahr ein Überangebot von gut 0,6 Mio. B/T errechnet. Das dürfte der OPEC Grund genug sein, um mit Kürzungen den Markt im Gleichgewicht zu halten.

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