US-Zahlen drücken die Ölpreise

Nicht nur Hurrikan Michael, der weniger Einfluss hatte als befürchtet, auch die wöchentlichen US-Zahlen machten Druck auf die Preisnotierungen.

15.10.2018 | Robby Erkmann

Die Risikoprämie von Hurrikan Michael ist ausgepreist und hatte die Ölpreise erstmal reduziert. Zum Ende der vergangenen Woche haben dann noch die Zahlen der DOE für weiteren Druck gesorgt, da diese bearisher ausfielen, als angenommen. Die Raffinerieauslastung ist jahreszeitenbedingt gefallen und unterstützte so Aufbauten bei den Rohölbeständen. Erwartet der Markt einen Aufbau von 1,5 Mio. Barrel, hatte die DOE 6,0 Mio. Barrel gemeldet. Verstärkt werden die Bestandsaufbauten durch die Tatsache, dass die Importe um 4,0 Mio. B/T geringer waren, als in der Woche zuvor. Zudem stiegen die Exporte auf Wochensicht um 6,0 Mio. Barrel. Ebenfalls bearisher war die Meldung eines neuen Rekordhochs bei der Rohölförderung in den USA. Dort stieg die Rohölproduktion auf 11,1 Mio. B/T an, was Hoffnung macht, dass der Markt in Zukunft etwas besser versorgt werden kann. Denn Berichte über Pipelineinfrastruktur in den USA hatte zuletzt sorgen gemacht, da diese an ihrer Kapazitätsgrenze arbeitet. Die Nachfrage nach Ölprodukten über allen Kategorien hinweg sank auf 19,8 Mio. B/T, was ein durchaus niedriges Niveau ist. Durch die beginnende Heizsaison sind die um 2,7 Mio. Barrel gesunkenen Destillatbestände nicht verwunderlich. Die Benzinbestände, die um 1,0 Mio. Barrel gestiegen sind, können der bearishen Gesamtwirkungen nichts entgegensetzen.

Wenn weitere preismindernde Nachrichten den Markt treffen, könnten die Ölpreise diese Woche weiter fallen. Im Vergleich zu Dienstag letzter Woche haben die Ölpreise bisher um ungefähr drei bis vier US-Dollar nachgegeben. Brent notiert heute Morgen bei 81,20 US-Dollar pro Barrel. WTI kostet im Moment 71,85 US-Dollar pro Barrel. Beide Referenzsorten liegen heute Morgen etwas höher. Der durchschnittliche Heizölpreis ist erneut gefallen und beträgt heute 80,74 Euro pro 100 Liter. Jedoch kann der Heizölpreis mit steigenden Rohölpreisen genauso schnell wieder anziehen.

Richtungsweisende Woche

Diese Woche wird sehr spannend zu beobachten sein, ob die Rohölpreise erneut ein neues Jahreshoch erreichen oder die Notierungen weiter fallen werden. Für Verbraucher wäre selbst ein Halten des aktuellen Preisniveaus positiv, denn die Ölnotierungen reagieren sehr sensibel auf preisstützende Nachrichten. Die Woche beginnt mit der Meldung über Unstimmigkeiten zwischen den USA und Saudi-Arabien. Grund hierfür ist die Ermordung eines Journalisten in Istanbul, wofür mutmaßlich spekuliert wird, dass Saudi-Arabien daran beteiligt ist. Diesen Vorwurf ließ Saudi-Arabien nachdrücklich dementieren. Präsident Trump hatte bereits mit harten Bestrafungen gedroht, falls diese Befürchtung mit Fakten unterlegt werden kann.

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