US-Zahlen stützen Preisniveau

Auch die DOE-Daten liefern den Ölpreisen keinen Anlass zu fallen, doch die Nervosität und Schwankungen an den Ölbörsen könnten deutlich zunehmen.

11.01.2018 | Robby Erkmann

Die Daten der DOE verzeichnen mit 4,9 Mio. Barrel einen geringeren Rohölabbau, als das API. Dennoch wird der 8. Bestandsabbau bei Rohöl bestätigt. Die Raffinerieauslastung hat leicht abgenommen, bleibt aber für diese Jahreszeit auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig sanken die Importe für Rohöl um insgesamt 2,2 Mio. Barrel. Die Exporte wurden auch deutlich reduziert und lagen 3,2 Mio. Barrel unter dem Wert der Vorwoche. Die Abbauten bei den Ölprodukten lagen in dem Bericht des DOEs auf dem Niveau von den gestrigen API-Zahlen. Das DOE meldete daher für Benzin einen Bestandsrückgang von 4,1 Mio. Barrel und für die Destillate einen Abbau von 4,3 Mio. Barrel. Positiv ist, dass die Gesamtnachfrage nach Ölprodukten um 0,7 Mio. Barrel steigen konnte und nun bei 20,6 Mio. Barrel liegt. Überraschend waren die Zahlen zur US-Rohölförderung. Hier brach die Förderung um 290.000 B/T auf 9,49 Mio. B/T ein. Dies wird von den Händlern damit begründet, dass die aktuellen extremen Minusgrade die Rohölförderung und Transport in Mitleidenschaft ziehen. Für den nächsten Monat wird weiterhin ein Erreichen der Marke von 10 Mio. B/T erwartet.

Die Bestände im Cushing Oklahoma befinden sich weiterhin auf einen 3-Jahrestief. Die Gesamtvorräte sind so niedrig wie seit Juni 2015 nicht mehr. Die US-Zahlen liefern damit die Grundlage für ein Halten des Preisniveaus, wobei weitere globale bullishe Ereignisse die Preise weiter steigen lassen können.

Die OPEC bleibt nervös

Normalerweise würde man meinen, dass die OPEC mit den steigenden Ölpreisen und den dadurch steigenden Erlösen sehr zufrieden ist. Doch der iranische Ölminister hatte am Dienstag seinen Unmut über die hohen Ölpreise geäußert und hatte dabei gleichzeitig auch andere OPEC-Mitglieder eingeschlossen. Bekanntermaßen steigt die US-Rohölförderung, insbesondere der Schieferölindustrie ab einen Preis von 50 US-Dollar pro Barrel deutlich an. Da die Preise nun weit oberhalb dieser Marke liegen, steigt das Wachstum der Ölförderung entsprechend schneller. Hierdurch können Marktanteile gewonnen werden, die der OPEC nach den Förderkürzungen fehlen. Außerdem sinkt mit steigenden Preisen die Rohölnachfrage. Dieser Umstand macht es der OPEC noch schwerer aus den Kürzungen auszusteigen. Russische Ölkonzerne haben letztes Jahr darauf hingewiesen, dass Förderkürzungen ab einem Preislevel von 60 US-Dollar nicht rechtfertigbar sind. Damit nehmen die Einflüsse von geopolitische Risiken deutlich zu, da schon geringere Ausfälle eine größere Wirkung am Markt haben.

Die heutigen Ölpreise sind im Vergleich zu gestern nicht stark verändert. Brent kostet im Moment 69,04 US-Dollar pro Barrel. WTI wird aktuell für 63,48 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland hat mit 64,72 Euro pro 100 Liter ein neues Jahreshoch erreicht.

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