USA als Schlüsselstaat

Die Entwicklung des Ölpreises bleibt weiter eng mit den Aktienmärkten verbunden. Doch viel größer bleibt der Einfluss der US-Ölindustrie.

21.02.2018 | Robby Erkmann

Der stellvertretende US-Energieminister äußerte sich gestern auf der Petroleum Week zur aktuellen Entwicklung in den USA. Dan Brouillette, sagte dort, dass die Aussichten der amerikanischen Ölindustrie für 2018 und 2019 phänomenal seien. Auf der Konferenz in London, betonte er, dass dies kein kurzfristiges Bild ist. Daher sei er auch mit der erwarteten Entwicklung über 2019 hinaus sehr zufrieden. Die Schätzungen der wöchentlichen DOE-Daten sehen die US-Rohölförderung aktuell bei 10,27 Mio. B/T. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, dass die USA bis Ende dieses Jahres der größte Ölförderer der Welt werden. Aktuell ist Russland der größte Ölproduzent. Diese Aussagen sorgten am gestrigen Tage für Druck auf die Ölpreise. Gleichzeitig wird damit die OPEC unter Druck gesetzt weiter anreize zu liefern, damit die Preise nicht weiter fallen.

Hinzu kommt, dass der Konflikt zwischen Kurdistan und dem Irak mehr und mehr beiseite gelegt wird. Infolge der Auseinandersetzung wurden Rohölexporte über die Kirkuk-Pipeline, teilweise komplett ausgesetzt. Die Pipeline hat eine Kapazität von 600.000 B/T. Bei einem Treffen des irakischen Ölministers mit seinem türkischen Amtskollegen soll es um die Wiederaufnahme der Ölexporte über den türkischen Hafen Ceyhan gehen. Dabei bestünde auch die Möglichkeit, dass der Irak für seine Ausfuhren einen alternativen Weg benutzt, um nicht von der semi-autonomen Regierung Kurdistans abhängig zu sein, da die Kirkuk-Pipeline, durch das kurdische Gebiet verläuft. Diese Meldung und die Aussagen des stellvertretenden US-Energieministers schickten die Rohölkurse gestern auf Talfahrt bis auf die zweite Unterstützungslinie.

Dauerhafte Förderkürzungen angedeutet

Auf der Petroleum Week in London sprach auch der amtierende Präsident der OPEC. Das nächste reguläre Treffen der OPEC findet im Juni statt. Der Präsident sprach davon, dass man dort über eine Kooperationsvereinbarung sprechen wird, die für mehrere Jahre gelten soll. Damit möchte die OPEC die Möglichkeit haben, stets kurzfristig, auf Ereignisse am weltweiten Ölmarkt reagieren zu können. Zu diesem Thema werden aktuell schon Gespräche geführt, so der OPEC-Präsident. Interesse an einer solchen Kooperation soll auch von Seiten Russlands bestehen. Gegenüber Bloomberg sagte der Präsident, er hoffe, dass die Allianz der OPEC und Nicht-OPEC Staaten für immer halten werde. Noch Ende letzten Jahres war Russland weiteren Kürzungen und Kooperationen pessimistischer eingestellt, doch scheinbar hat ein Umdenken stattgefunden.

Die OPEC kann den Ölmarkt mit der Aussage aktuell nicht beruhigen. Die Ölpreise liegen heute Morgen weit im Minus. WTI ist aktuell 1,2 Prozent günstiger und kostet 61,01 US-Dollar pro Barrel. Brent liegt etwa 1 Prozent im Minus und notiert aktuell bei 64,46 US-Dollar pro Barrel. Wieder etwas gestiegen ist der durchschnittlich Heizölpreis in Deutschland. Heute kosten 100 Liter Heizöl im Schnitt 60,56 Euro.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation