USA beeinflussen wieder die Preise

Mit einer Meldung über einen Einsatz, von der Freigabe der US-Rohölreserven versuchen die USA weiterhin den Preis niedrig zu halten. Ob das gelingt?

16.07.2018 | Robby Erkmann

Unmittelbar soll dieser Schritt nicht bevorstehen, aber es herrscht eine ernsthafte Diskussion innerhalb der US-Regierung dieses Vorhaben bei Notwendigkeit umzusetzen. Zwar war der amerikanische Energieminister Rick Perry im vergangenen Monat noch gegen eine Freigabe, aber das ist kein Versprechen für die Zukunft. Die Reserven seien zwar für Notfälle gedacht, über die die USA sowieso nicht gänzlich frei bestimmen können. Als Mitglied der IEA muss die USA, wie jeden Mitglied landesweite Reserven vorhalten, die für 90 Tage den Rohölbedarf garantieren können. Die Reserven der USA liegen jedoch über diesen Wert, sodass die überschüssigen Reserven von den USA genutzt werden können, wie es ihnen passt.
Doch diese Methodik wäre nur ein Vorhaben um kurzfristig gegenzusteuern. Langfristig könnten die Rohölreserven den Ölpreis nicht senken. Denn die Versorgungslage mit Rohöl würde identisch bleiben und der Markt wäre, bezogen auf die Zahlen der Rohölförderung immer noch unterversorgt. Damit es in Zukunft nicht zu weiteren Engpässen kommt, bleibt die US-Bohraktivität auf ihrem 3,5 Jahreshoch mit insgesamt 863 aktiven Ölbohranlagen.

Ölpreise in Lauerstellung

Die Rohölpreise sind aus dem Wochenenden ohne große Veränderungen gekommen. Zur Beruhigung des Marktes hatte der russische Energieminister angedeutet, dass die Erhöhung der Ölförderung auch größer als die 1,0 Mio. B/T ausfallen könnte. Die Schmerzgrenze für einen akzeptablen Rohölpreis liegt bei 80 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI ist davon aktuell etwa 10 US-Dollar entfernt. Dennoch hat man Angst, dass die Ölpreise wieder in die Höhe eilen, sofern die Versorgungslage wieder schlechter wird.
Die Situation in Libyen hatte sich durch die Aufhebung der Force Majeure stark verbessert, da dem Markt so etwa 850.000 B/T fehlten. Nun gibt es in Libyen erneut Probleme. Diesmal am größten Ölfeld, dem Sharara Ölfeld. Dort wurden Mitarbeiter evakuiert, da zuvor 4 andere Mitarbeiter von örtlichen Rebellen entführt wurden. Damit wird das Ölfeld aktuell etwa 160.000 B/T weniger Rohöl fördern. Ob sich der Preis vorerst eingependelt hat, ist nicht sicher. Die aktuelle weltpolitische Lage ist unsicher wie lange nicht und kann daher die Rohölpreise stark beeinflussen.

Die Ölpreise an den Börsen sind nun aber seit Anfang letzter Woche auf ihrem aktuellen Niveau. WTI kostet heute Morgen 70,63 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent kostet im Augenblick 74,92 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland bleibt ebenfalls ohne größere Schwankungen und kostet heute im Bundesdurchschnitt 68,44 Euro pro 100 Liter.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation