USA eilen von Rekord zu Rekord

Die größte Gefahr für die OPEC und den Rohölpreisen bleiben unangetastet die USA. Das ist keine Überraschung und dennoch überrascht die USA erneut.

13.03.2018 | Robby Erkmann

Ausschlaggebend für neue Rekordmeldungen ist immer noch die US-Schieferölindustrie, die die Branche in den USA, aber auch global, enorm verändert hat. Erste Indizien sprechen nun dafür, dass die Ausgaben für die Exploration neuer Ölfelder auch dieses Jahr rasant ansteigen werden. Großkonzerne setzen nun ebenfalls vermehrt auf die Schieferölindustrie, die vor ein paar Jahren noch als unattraktiv und nicht zukunftsfähig galt. Das Perian Becken hat in diesem Sektor die größten Vorkommnisse und Reserven. Daher sind Ölfirmen hier besonders aktiv. Analysten von Spears & Associates sprechen davon, dass 20 Prozent der weltweiten Investitionen in Service und Ausrüstung von Ölfeldern in diese Gegend fließen. Gleichzeitig werden die Ausgaben, das Boomjahr 2014 nochmals übertreffen, unzwar um 50 Prozent, auf etwa 45 Mrd. US-Dollar so die Aussage von Spears & Associates.

Ein anderer Rekord wurde bereits eingestellt. Aktuell gibt es in den USA 7.601 angebohrte Ölquellen, die noch nicht vollkommen erschlossen sind und noch kein Rohöl fördern. Die Anzahl stieg im Februar um 110 Stück, so die EIA und hat damit ein neues Rekordhoch erreicht. Die hohe Anzahl der angebohrten Ölquellen ist die logische Konsequenz aus der hohen Anzahl aktiver Ölbohranlagen. Baker Hughes hat für die vergangene Woche 796 aktive Ölbohranlagen gemeldet. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren dagegen nur 617 Stück aktiv. Daher sprechen die Daten weiterhin für ein anhaltendes starkes und schnelles Produktionswachstum in den USA. Die hohe Anzahl der angebohrten Ölquellen ermöglicht es der US-Ölindustrie in kürzer Zeit auf Marktveränderungen zu reagieren. Vergleicht man die Anzahl der aktuell angebohrten Ölquellen mit vergangenheitswerten, wird deutlich, welch Boom aktuell in den USA vorhanden ist. So gab es 2014 nur 4.611 auf Reserve angebohrte Ölquellen. Für das Jahr 2015 meldete die EIA dann 5.983 dieser Bohrlöcher. Im Jahr 2016 gab es mit 5.926 Stück kaum eine Veränderung, bevor im letzten Jahr der Jahresmittelwert auf 6.549 Stück anstieg.

Für März und April hat die EIA neue Produktionsdaten für die US-Schieferölindustrie veröffentlicht. Im März soll das Förderwachstum 117.000 B/T betragen und im April nochmals um 131.000 B/T zulegen. Damit würde durch die Schieferölindustrie insgesamt 6,95 Mio. B/T Rohöl gefördert werden.

Die Rohölpreise bleiben aktuell auf dem Niveau der letzten Tage. Brent kostet im Moment 65,04 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI wird aktuell für 61,48 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Im Bundesdurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl heute 60,93 Euro. Der Preis hat sich im Vergleich zu gestern kaum verändert.

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