USA erhöhen den Druck

Erneut versuchen die USA den Druck auf Saudi-Arabien und Russland zu erhöhen, damit ein Angebotsengpass und steigende Ölpreise, abgewendet werden können.

13.09.2018 | Robby Erkmann

US-Präsident Trump macht sich in den USA keine Freunde, wenn die Rohölpreise zu stark steigen und damit auch die Tankstellenpreise in die Höhe schießen. Die US-Bürger sind verwöhnt mit niedrigen Benzin- und Dieselpreise. Dabei ist er für die jetzige Situation selbst verantwortlich. Durch die erneuten Wirtschaftssanktionen gegen den Iran nimmt die Verfügbarkeit von Rohöl stark ab und lässt die Ölpreise steigen. Schon in der jüngeren Vergangenheit nahm der US-Präsident andere Länder in die Pflicht, den Ölhahn aufzudrehen. Deshalb suchte der US-Energieminister wieder das Gespräch mit dem saudischen Amtskollegen. Dabei wurde erneut gefordert, dass Saudi-Arabien die heimische Rohölförderung anhebt. Die USA können auf Saudi-Arabien viel Druck ausüben, da die USA das saudische Königreich mit viel Militärtechnik beliefern und auch sonst als Sicherheitspartner neben Saudi-Arabien stehen.

Mit dem russischen Amtskollegen Alexander Nowak ist ebenfalls ein Gespräch geplant, um über die aktuelle Situation zu reden. Der potentielle Einfluss der USA auf Russland ist aber deutlich geringer. Dennoch ist auch Russland daran interessiert, den Ölmarkt stabil zu halten. Das macht der russische Energieminister zuletzt nochmal deutlich, indem er davor warnte, dass eine enorme Ungewissheit bevorsteht und er Ölmarkt zunehmend instabil wird. Um dem entgegenzuwirken, könnte Russland laut neuster Aussage, die Ölförderung  mittelfristig um 300.000 B/T erhöhen. Aktuell ist die Ölförderung bereits auf Rekordniveau und beträgt 11,25 Mio. B/T.

Die Probleme am Ölmarkt sind damit aber nicht beseitigt. Der Preis für Rohöl bleibt nahe der oberen Preisspanne die von der OPEC als wünschenswert gilt. Brent kostet im Moment 79,38 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte WTI wird heute Morgen für 69,79 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Dieses Preisniveau schlägt auch auf den Heizölpreis in Deutschland durch, der im Bundesdurchschnitt  aktuell nahe der 80 Euro pro 100 Liter liegt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 78,12 Euro pro 100 Liter. Eine Erholung ist weiterhin nicht in Sicht.

Konflikte bereiten Sorgenfalten

Konflikte mit dem IS in den nördlichen Regionen des Iraks könnten die dortige Rohölförderung vermindern oder Exportausfälle verursachen. Konflikte der Zentralregierung in Bagdad mit der Region Kurdistan hatten dieses Jahr zwischenzeitlich für deutlich geringere Exporte gesorgt. Aktuell kann der Markt weitere Ausfälle nur schwer auffangen, weshalb die Einpreisung der Risikoprämie deutlich höher ausfällt. Zudem stützt eine Meldung aus Libyen das Preisniveau. Auf den Hauptstadtflughafen in Tripolis kam es zu Raketenabschüssen, sodass der Flugbetrieb eingestellt werden musste. Die libysche Ölförderung hat sich erst seit kurzem erholt und liegt im Moment bei 970.000 B/T. Doch es kann in Libyen weiterhin kurzfristig zu Ausfällen bei der Rohölförderung kommen. Die Gesamtsituation im Nahen und Mittleren Osten bleibt sehr instabil, was für eine Stabilisierung des Preisniveaus nicht hilfreich ist.

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