Verluste konnten vermieden werden

Die Preise an den Börsen gingen während des gestrigen Handels stark in den Keller, doch konnten mit einer Gegenbewegung den Einbruch wieder ausgleichen.

20.03.2018 | Robby Erkmann

Ursächlich dafür waren wohl stützende Nachrichten aus Aserbaidschan, den USA und Venezuela. In der Hauptstadt Aserbaidschans sprach der OPEC-Generalsekretär Barkindo während eines offiziellen Besuchs über seine aktuelle Markteinschätzung. Er ist der Meinung, dass sich weiterhin langsam aber dafür kontinuierlich und nachhaltig der Ölmarkt stabilisiert. Der Fokus liege auch weiterhin auf die Erreichung der selbstgesteckten Ziele, wie der Reduzierung der weltweiten Rohölbestände auf den 5-Jahresdurchschnitt. Er schätzt, dass Ende des Jahres die Situation wieder vollkommen normal und stabil sei. Während des Austausches mit dem Ölminister Aserbaidschans betonte er, dass die Zukunft Aserbaidschans in der OPEC liegt, um gemeinsame Interessen zu verfolgen. Reuters bezifferte die Rohölförderung des Landes für Februar auf 806.000 B/T.  Die OPEC sprach für den Monat Januar von einer Rohölförderung von 0,75 Mio. B/T für Aserbaidschan.

Aus den USA kam die Meldung, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman am Montag auf Staatsbesuch in Washington D.C. eintreffen wird. Themen waren sicherlich die Agenda Vision 2030 der saudischen Regierung und die Haltung der USA gegenüber des Irans. Hier erhofft sich der Kronprinz sicherlich Unterstützung, da der Iran und Saudi-Arabien beide um eine Vorreiterrolle in der Region kämpfen. Die ablehnende Haltung von Saudi-Arabien dürfte in den USA unter Präsident Trump auf Wohlwollen stoßen, der zuletzt seinen gemäßigten Außenminister Tillerson gefeuert hatte. Neu in das Amt treten soll Mike Pompeo, der ähnliche Ziele und Haltung hat, wie Präsident Trump. Ein neuer Konflikt scheint vorprogrammiert, weshalb der Markt bullishe auf die Meldung reagiert.

Die Lage in Venezuela bleibt ebenfalls sehr angespannt und kritisch. Analyst Ole Hansen von der Saxo Bank rechnet aktuell eher mit leicht höheren Preisen. Grund dafür ist, dass die Ölproduktion in Venezuela weiter kontinuierlich abnimmt und aktuell bei nur noch 1,6 Mio. B/T liege. Im Jahr 2015 förderte Venezuela noch 2,4 Mio. B/T. Vor einem fallabschließenden Zusammenbruch der Ölindustrie warnte in ihrem letzten Bericht auch die IEA.

Von den gestrigen Meldungen sind die Ölpreise heute Morgen noch immer beflügelt und beide Leitnotierungen liegen etwa 0,7 Prozent im Plus. WTI kostet damit aktuell 62,62 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent wird im Moment für 66,56 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt ebenfalls höher und beträgt 61,60 Euro pro 100 Liter.

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