Versorgung mit Rohöl bleibt knapp

Zwar bewegen sich die Preise im Augenblick seitwärts, doch neue Preissteigerungen können global betrachtet, aktuell nicht ausgeschlossen werden.

23.10.2018 | Robby Erkmann

Derweil tut Saudi-Arabien gut daran, den Markt mit beschwichtigenden Kommentaren zu beruhigen. Der saudische Außenminister räumte nochmals die Ermordung des Journalisten ein, nahm aber den Kronprinzen bin Salman in Schutz. Dieser hatte die Ermordung nicht angeordnet. Vielmehr ging dieser Akt, laut saudischer Darstellung von Einzelpersonen aus, die falsch gehandelt haben. Für den heutigen Dienstag will die Türkei ihr Ermittlungsergebnis darstellen. Mit großer Aufmerksamkeit wird die Reaktion der USA abgewartet, die bisher sehr milde reagiert hatten. Zugleich kam auch der Ölminister des saudischen Königreiches zu Wort. Al-Falih stellte klar, dass Saudi-Arabien auf mögliche Sanktionen nicht mit einem Ölembargo reagieren wird. Saudi-Arabien sei ein verantwortungsbewusstes Land, das die Ölpolitik für wirtschaftlichen Erfolg nutzt und von der Politik getrennt handhabt. Genau diese Rolle wolle er selbst auch ausführen und so den weltweiten Energiemarkt stabilisieren. Ohnehin würde sich Saudi-Arabien mehr selbst schaden, indem auf Einnahmen des vom Rohölexport abhängigen Staatshaushalt verzichtet wird. Andererseits würde noch höhere Ölpreise Konkurrenzprojekte und neue Förderanlagen entstehen lassen, die die Marktanteile von Saudi-Arabien übernehmen würden.

So konsolidieren die Rohölpreise auf hohem Niveau, ohne von neuen News getrieben zu werden. Ausgeschlossen sind höhere Rohölpreise damit nicht, denn die Sanktionen gegen die iranische Ölindustrie treten erst in zwei Wochen in Kraft und die Versorgungslage hat sich im Wesentlichen nicht geändert.

Russland und Iran provozieren

Israelische Medien berichten davon, dass Russland vertrauliche Dokumente mit dem Iran unterzeichnet hat. Darin geht es um den Transport von Rohöl über das kaspische Meer zu russischen Raffinerien, die das iranische Rohöl verarbeiten sollen. Die Ölprodukte sollen dann am Weltmarkt verkauft werden, um so die iranische Herkunft zu verschleiern. Der Iran erhalte im Gegenzug Dienstleistungen und Handelsprodukte. Dieses Tauschgeschäft umgeht damit die US-Sanktionen gegen den Iran. Ein Sprecher der US-Regierung hat bereits eindringlich davor gewarnt solche Umgehungen durchzuführen. Die Beziehungen zwischen den USA und Russland haben sich ohnehin verschlechtert, da Trump zuletzt gedroht hatte, den INF Abrüstungsvertrag zu kündigen.

Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland ist aktuell weiter im Aufwärtstrend, denn die Pegelstände an Rhein und Main sorgen weiter für steigende Lieferkostenzuschläge. 100 Liter Heizöl kosten heute im Bundesdurchschnitt 85,59 Euro. Heizöl ist damit in den letzten zehn Tagen um fast fünf Euro teurer geworden. Die Rohölpreise liegen heute früh etwas niedriger. WTI kostet zurzeit 69,08 US-Dollar pro Barrel. Die Nordseesorte Brent notiert aktuell bei 79,43 US-Dollar pro Barrel.

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