Verteidigung auf hohem Niveau

Für Brent ist die spekulative Netto-Long-Position auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Damit ist mehr und mehr Luft vorhanden, für eine deutliche Korrektur.

09.01.2018 | Robby Erkmann

Viele Marktteilnehmer setzen also auf steigende Preise. Dieser Umstand verteuert die Rohölpreise zusätzlich und untermalt, dass die hohen Preisniveaus, auch durch spekulative Handelsmotive gestützt werden. Das Risiko von Gewinnmitnahmen steigt daher weiter an, wenn die investierten Trader keine neuen bullishen Neuigkeiten sehen, die die Preise rechtfertigen.

Bis jetzt scheint das nicht der Fall zu sein. Aus den USA wird gemeldet, dass die Rohölbestände diese Woche weiter sinken werden. Im Cushing, im Bundesstaat Oklahoma sitzt das Referenzlager für physisch gehandelte WTI Futures. Dort sind die Vorräte auf ein Langzeittief, wobei eine Kehrtwende, derzeitig nicht erwartet wird. Die Gesamtbestände sollen im Moment bei etwa 49,0 Mio. Barrel liegen. Das entspräche einer Lagerauslastung von 63 Prozent und dem niedrigsten Niveau seit drei Jahren. Im Frühjahr 2017 war die Lagerauslastung, mit 88 Prozent deutlich höher gewesen, wie sie es dieses Jahr wohl sein wird. Wesentlich verantwortlich für diese Entwicklung sind laut Experten die Förderkürzungen der OPEC- und Nicht-OPEC Staaten.

Doch für die erste Jahreshälfte werden nach wie vor fallende Preise erwartet. Aktuell wird beobachtet, dass die Margen der Raffinerien kleiner werden. Die Produktbestände wurden aufgrund einer hohen Auslastung angehoben und für das Frühjahr stehen vielerorts Wartungsarbeiten an den Raffinerien an. Das reduziert den Rohölbedarf und eine weiter steigende US-Rohölförderung, die durch die aktuellen hohen Preise zusätzlich angekurbelt wird, könnte die Preisniveaus deutlich unter Druck setzten, so Analysten von BMI Research.

Ölförderung in Libyen ohne Störung

Die Schäden, durch den Anschlag auf die Waha-Pipeline wurde letzte Woche vollends beseitigt. Die libysche Rohölförderung ist infolgedessen unter die Marke von 1 Mio. B/T gefallen. Deshalb liegt die Ölförderung in Libyen nun wieder bei etwa 1 Mio. B/T. Die innerpolitische Lage bleibt aber instabil, sodass der Markt mit weiteren Zwischenfällen bei der Rohölförderung rechnet.

Die Preise an den Ölbörsen sind heute nahezu unverändert. Doch WTI konnte das 2,5 Jahreshoch von gestern nicht weiter ausbauen und notiert mit 61,88 US-Dollar pro Barrel wieder unter der 62 US-Dollar Marke. Die Nordseesorte Brent weist ebenfalls keine großen Kurssprünge auf. Ein Barrel Brent kostet im Monet 67,82 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt heute bei 63,99 Euro pro 100 Liter und hat ebenfalls keine großen Veränderungen aufweisen.

Presse-Kontakt


Tel.: 040 524768-0
info@comoil.de
Kooperation